Überraschung am Zwanenwater

Die heutige Tour führt uns zu einem See, der mitten in den Dünen liegt. „Zwanenwater“ ist ein Naturschutzgebiet, das bei dem kleinen nordhol-ländischen Badeort Callantsoog liegt. Hier zu hatte ich mich mit Dick van Heusen verabredet, er ist Mitglied des niederländischen Naturmonomente, was unserem NABU entspricht. Dick und einige andere Naturschützer betreuen dieses Naturschutzgebiet in den Dünen. Bevor ich jetzt mit meinem Beitrag fortfahren, möchte ich euch etwas über mein Defiziet bei der Vogelbestimmung erklären. Ich kenne Dick schon seit vielen Jahren und habe mit ihm schon einige Touren unternommen. Was ich dabei an ihn bewundert habe, er erkennt so ziemlich alle Vögel an ihrem Gesang . Er brauch den Vogel nicht sehen, er weiß auch so was dort grade singt . Gut ich konnte auch den ein oder anderen Vogel an seiner Stimme erkennen, aber nur deshalb weil ich ihn schon sehr häufig gehören und gesehen habe. Diese Wissenlücke bzw Gabe wollte ich eigentlich schon immer schließen. Meine lange Liegezeit im Krankenhaus, war eine sinnvolle Beschäftigung um mir dieses Wissen anzueignen. Auch später als es mit dem Laufen noch nicht so geklappt hat, habe ich jede Gelegenheit genutz diese Wissen zu erweitern. Ein Buch und ein lelektronischer Stift, haben mir dabei geholfen. Sobald ich die Abbildung eines Vogel in diesem Buch berührte, erklang mittels des Stift ( TING) die passende Stimme dazu. Um die anderen Patienten auf meinem Zimmer nicht den ganzen Tag mit Vogelstimmen zu nerven, ging das Ganze via Kopfhörer. Wann immer Besucher zu mir kam, ließ ich mich von denen abfragen, ähnlich wie bei einer schulischen Prüfung. Ein Aufwand der sich für mich am Ende gelohnt hat.

Das erste Buch und der Stift war meine Helfer zur Erkennenung von Vogelstimmen. Ich muß dazu sagen, dass ich jetzt nicht alle Vogelstimmen erkennen. Ich erkennen zuminstes die Vögel, die in meinem heimischen Raum vorkommen und die die besonder gefährtdet sind. An dem Rest arbeite ich immer noch weiter.

Das zweite Buch, sollte ein wichtiger Begleiter für jeden Vogelbeobachter sein. Für viele Beobachter ein unverzichtbares Nachschlagwerk zur Vogelbestimmung. Für mich ein ständiger Begleiter auf meinen Touren.

So nun zurück zu unserer Tour am Zwanenwater, ein NSG was für seine vielfältige Sing und Wasservögel bekannt ist. Das Ziel unserer heutigen Tour war ein sehr scheuer Vogel, den Dick schon seit Tagen beobachtet hat. Wir machten uns dazu schon sehr früh auf den Weg . Die Sonne war noch nicht aufgegangen, als wir unseren Beobachtungsposten am See bezogen haben. Es war noch sehr ruhig am See, bis auf ein paar Blässhüher und einige Stockenten war weit und breit noch nichts zu beobachten. Von den Bekassinen die Dick schon seit Tagen beobachtet hat, noch keine Spur. Das Bild änderte sich aber schnell, mit dem Aufgehen der Sonne. Es kam Leben auf und im Umfeld des See, deutlich waren die neuen Ankömmlinge zu hören . Jetzt stimmte auch das Licht, wir konnten die ersten Fotos machen.(Davon aber im einem der nächsten Beiträge mehr.) Es war eine für mich seltene Vogelstimme, die meine Aufmerksamkeit weckte. Ich hatte diese Stimme in der freien Natur noch nie gehört, auch Dick der einige Meter von mir entfernt saß wurde sofort hellhörig. Es war ein Brachpieper, mit seinem einfachen aber markanten Ruf, der uns aufgeweckt hat. Dieser Vogel wird auf der deutschen „Roten Liste “ in der Katigorie 1″ vom Ausstreben bedrohte Vögel gefüht. Es wäre eine Beobachtung, die mir in meinen Aufschreibungen noch fehlte. Diesen seltenen Vogel konnte ich bis dahin noch nie beobachten. Aber wo steckte er nur? Sein Ruf war klar und deutlich zu hören, nur den Vogel konnten wir nicht sichten. Immer wieder suchten wir mit unseren Ferngläsern das Umfeld ab, vom Brachpieper war nichts zu sehen. Wir beschäftigten uns dann doch wieder mit den Wasservögel, die den See immer mehr füllten. Auch die erste Bekassine konnten wir sichten und fotografieren. Dann war es erneut der Brachpieper mit seinem Ruf, der uns davon ablenke Wasservögel zu fotografieren. Jetzt hatten wir mehr Glück, der Pieper war dieses Mal auch etwas näher und offenbar auf der Futtersuche. Vermutlich hatte er ganz in unserer Nähe ein Nest. Mit einem Insekt im Schnabel, konnte ich ihn trotz der immer noch großen Entfernung mit dem Teleobjektiv erwischen. Es blieben die einzigen Fotos von dem Brachpieper, wir konnten ihn zwar immer wieder hören, aber er blieb im dichten Bewuchs des Ufers verborgen . Dennoch war diese Tour für mich ein voller Erfolg, ich konnte eine Lücke in meiner Beobachtungsliste schließen.

Der Brachpieper gehört zu den Singvögel und ist ein Sperlingsvogel. Unter den Piepern ist es mit ca. 18cm der Größte seiner Familie. Er zählt zu den Langziehern die den Winter im südlichen Indien, in der Sahelzone der Sahara, in Arabien als auch im Norden von Nordafrika verbringt. Sein Vorkommen im Westen von Deutschland ist sehr gering , im Osten sind sowohl in Sachsen als auch in Mecklenburg Vorpommern noch kleinere Bestände bekannt. Er wird in Deutschland auf der „Roten Liste “ in der Katigorie 1 geführt .

Anbei zeige ich noch einige andere Pieper ( Fotos aus meinem Archiv) die untereinander sehr ähnlich sind . Der Brachpieper obwohl er aus der gleichen Familie stamm, sieht völlig anders aus als seine Verwandten.

Die ersten beiden Fotos zeigen den Strandpieper.

Die untern Bilder zeigen den Wiesen und Baumpieper

Zuletzt noch den Baumpieper, diese von mir gezeigten Pieperarten sind häufig zu beobachten . Sie sind sich alle sehr ähnlich und in der freien Natur nicht immer sofort voneinander zu unterseiden. Völlig anders ist hingegen ihr Gesagt an dem sie deutlich zu unterscheiden sind.

Zum Vergrößern der Bilder, könnte ihr auf das Foto klicken.

58 Kommentare zu „Überraschung am Zwanenwater“

  1. Es ist zwar jetzt sehr still geworden ,um aber für den Frühling vorbereitet zu sein, kannst du jetzt mit dem Üben beginnen . Du findest auch jede Vogelstimme im .net.

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  2. Es ist ein Weg der kleinen Schritte . Es macht Sinn, sich erst eine kleine Gruppe
    vorzunehmen, am besten die die einen täglich begegnen. Es ist aber eine stängiger
    Lenrprozess, den man immer wieder üben muß. Es kommen immer mehr Vögel dazu . Du merkst
    dann auch sehr schnell ,wenn du den Vogel an der Stimme erkennst, wo du in der Natur
    suchen mußt . Du wirst im Laufe der Zeit viel mehr Vögel entdecken, weil du weißt wo
    er sich aufhält. Ich kenne lange noch nicht alle, aber ich bin dabei meine neues Wissen
    zu erweitern . Solltest du diesen Weg beschreiten, wünsche ich dir viel Spass dabei.
    Viele Grüße Werner

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  3. Liebe Almuth , eine Stimme aus einer Erinnerung heraus zu erkennen, ist sehr schwierig, da stimme ich dir zu. Du mußt den Gesang vor Ort erkennen , so wie du es von den dir bekannten Stimmen kennst. Du wist stauen, wie schnell man sich Stimmen merken kann . Es ist ein lernen der kleinen Schritte und des ständigen Übens, das du kontrollieren mußt. Mit jedem Erfolgstreffer wächst die Lust auf mehr. Ich hätte den Brachpieper nie entdeckt , wenn ich seine Stimme nicht erkannt hätte.
    Die eine sehr schöne Vorweihnachtszeit, liebe Grüße Werner.

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  4. Ein paar Stimmen kenne ich zwar auch inzwischen, aber ich finde es schwierig, wenn ich unterwegs bin, mir den Gesang zu merken. Wenn ich dann zu Hause suche, kann ich mich nicht mehr erinnern, es sei denn, es ist ein sehr prägnanter Gesang. Das macht es dann ein bißchen leichter 🙂 Das du die Stimmen wie Vokabeln gelernt hast, finde ich gut und es ist eine Anregung. Wir haben jetzt ja alle mehr Zeit, naja, fast. Dir auch eine schöne Zeit Werner! LG Almuth

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  5. Ich habe es in einem anderen Kommentar schon einmal geschrieben, dass mich alte Bücher der Vogelkunde interessieren . Ich besitze das Buch deiner Mutter auch , auf Frohmärkte suche ich nach solchen Büchèrn mit Zeichnungen. Im Laufe der Jahre hat sich da einiges angesammelt. Es ist bei der Beobachtung von großen Vorteil wenn man Vögel an ihrer Stimme erkennt.
    Ich wünsche die eine schöne Vorweihnachtszeit.
    Liebe Grüße Werner

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