Ackervögel

Mit diesem Beitrag möchte ich meine kleine Serie über das Fluten von Blumenfelder abschließen . In einer Zusammenstellung möchte ich euch Fotos zeigen, von denen man nicht glauben möchte, dass sie auf einem Acker entstanden sind. Ich kann euch aber versichern, es sind alles Aufnahmen , die ich vom Rande eines Blumenfeldes gemacht habe.

Das ist vorerst mein letzter Blogbeitrag, ich gehe ab jetzt in eine kleine Weihnachtspause . Ich wünsche euch gute und besinnliche Festtage. Beibt gesund und passt gut auf euch auf .

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer Vogelknipser

Auch diese Fotos lassen sich durch Anklicken vergößern

Auf Beutezug am Tulpensee

Ein schlauer Graureiher.

Die nachfolgenden Fotos zum Vergößern bitte anklicken

Wie ich am Ende meines letzten Beitrag schon geschrieben habe, hat das Fluten der Tulpenfelder nicht nur umweltfreundliche und kostensenkende Aspekte. Das Fluten mit dem Wasser aus den Kanälen, spült viel Kleinlebewesen wie Schnecken, Fische, Krebse und vieles mehr auf den Acker. Ein prall gefüllter Teller für viele Wasservögel. Häufig sind es Möwen, die dieses Futterparadies als erstes entdecken . Welche Arten sich später und welcher Vielfalt dazu-gesellen haben, werde ich im folgenden Beiträgen schildern. Heute erst mal ein Besucher den ich aus nächster Nähe beobachten konnte, qusie aus dem Campingstuhl. Nur wenige Meter von unserem Campingplatz war genau solch ein Feld, wie ich es in meinem letzten Beitrag beschrieben habe. Es war ein junger Graureiher, der die Gunst der Stunde sehr schnell endeckt hatte. Die meisten Vögel suchten weit verstreut auf dem Feld, nach dem was das Wasser aus der Erde spülte. Anders der Reiher, er hatte sich den Wassereinlauf als Futterstelle ausgesucht. Er wartete darauf, dass der Bauer die Pumpe laufen läßt. Jetzt beobachtet er sehr genau, was die Pumpe in den Vorlaufbehälter spülte . Er wußte sehr genau was oben rein kommt, muß auch unten wieder rauskommen . Sehr genau beobachtet er wen Wasserschwall, konnte er dort etwas entdecken, huschte sein Kopf gleich zum Auslauf des Behälters. So erhaschte er so manchen Happen. Lief die Pumpe nicht, suchte er in unmit-telbarer Nähe des Einlauf und war auch dort erfolgreich. Gleichzeitig wachte er auch so über seine Futterstelle, alles was dieser Stelle zu nah kam wurde vertrieben.

Aufmerksam steht er am Feldrand und wartet darauf das die Pumpe eingschaltet wird.

Als wenn er nach dem Bauern rufen würde, “ he du schalte die Pumpe ein, ich habe hunger“.

Er weiß sehr genau was oben rein kommt, muß auch unten wieder raus kommen.

Auf diese Weis erwischt der Graureihe so manchen Fisch, der seinen Hunger still.

Läuft die Pumpe nicht, sucht er im Umfeld des Einlauf nach Futter.

Da hat sich etwas bewegt, den aufmerksamen Augen entgeht nichts.

Schon durchstößt sein kräftiger Schnabel die Wasseroberfläche.

Auch viele kleine Fische machen satt.

Warum macht man das?

Eine Frage die mich schon sehr lange beschäftig und der ich jetzt auf den Grund gehen wollte. Beginnen wir aber erst einmal ganz von vorne . Die Niederländer sind der größte Schnittblumen und Blumenzwiebel-Produzent weltweit. Über die amsterdammer Blumenbörse werden Zwiebeln und bunte Blumensträuße in die ganze Welt verschickt. Die meisten Blumenbauern haben ihr Zuhaus im Norden von Holland. Wer diese Region einmal besucht, wird staunend an blühende Feldern vorbei fahren. Zu jeder Jahreszeit, zeigt sich diese Landschaft in einem anderen bunten Blumenmeer . Tulpen und Krokusse im Frühjahr, Lilien und viele andere Blumenarten im Sommer. Ein prachtvoller Anblick der zum Anhalten einlädt. Diese bunte Blumenpracht wird zu meiner Über-raschung, von den Bauern aber nur zum Teil geerntet. Sehr häufig lassen sie diese schönen Blumen auch vertrocknen. Es geht ihnen in erster Linie um die Zwiebel, mit denen sie ihr Geld verdient. Gereinigt, sortiert und in Portionen verpackt gehen sie so in die ganze Welt. So lebt eine ganze Region von und mit den Blumen. Sind die Felder abgernetet von trockenen Blätter und Stengel befreit, beginnt die typische Feldarbeiten. So wie ich sie auch von den heimischen Äckern kenne. Dieses Vorgehen konnte ich bis zum Pflügen und Eggen auch noch gut nachvollziehen. Doch danach begann der Bauer mit Arbeiten, die mir völlig fremd waren. Er deichte sein Acker ringsum ein und verlegte dicke Rohre auf und am Rand des Feldes . Mit einer große Pumpe schleuste er große Menge Wasser auf das Feld, das macht er so lange, bis alles ca 10 cm hoch überflutet war. Diesen Wasserstand kontrolliert er mehrfach am Tag und je nach Wasserstand schaltet er die Pumpe ein oder aus. Nun komme ich wieder auf meine Frage vom Anfang meines Beitrag zurück , „Warum macht man das „? Eine Frage die mir sicherlich der Betreiber unseres Campingplatz beantworten konnte, er ist Blumenbauer. Als erstes erklärte er mir, dass die Blumenzwiebel eine sehr empfindliche Knolle ist . Sie erkranken sehr häufig an Keimen bzw. Pilzen, wenn sie in der Erde stecken . Einmal so befallen, stecken sie sich untereinander an und verfaulen in der Erde. So verlieren die Bauern häufig den gesamten Bollenbestand. Aus diesem Grund spritzen sie ihre Felder drei mal in Folge mit hochgiftigen Pestizid, bevor die Zwiebel wieder in die Erde kommen. Nicht zu glauben, was wir uns da früher in die Vase gestellt haben. Ein Bauer sei Anfang der 70er Jahre auf die Idee gekommen, es ohne das teure Gift zu probiern. Dazu geflutet er sein Feld mit Wasser, das es im Norden von Holland aus den nahen Kanälen reichlich und kostenlos gibt. So ließ er sein Feld den ganzen Sommer unter Wasser stehen, bis im Herbst die Zwiebeln wieder in die Erde kamen. Sein Versuch war ein voller Erfolg , er konnte im folgendem Jahr gesunde Blumen und Zwiebeln ernten und steigerte auf diese Weise auch noch seinen Ertrag. Diese Idee machte Schule, heute arbeitet jeder Bauer nach dieser Methode. Das dieses Verfahren nicht nur umweltschonend ist, werde ich euch in weiteren Beitrag zeigen.

Prächtige Bulmenfelder links und rechts der Staße, sind fast im ganzen Norden von Holland zu bestaunen

Rieseige Wasserfluten überspülen die Felder

Nach wenigen Tagen sieht das Feld wie eine Seeenlandschaft aus

Die Fotos zum Vergrößern bitte anklicken