Achtung Flugverkehr

                            Vorsicht auf der Landebahn

Bevor ich zu meinem letzten Beitrag über die HH-Hallig komme, hier vorab noch einmal ein kleiner Schnappschuss von einem Tiefflieger .

                         

Werbeanzeigen

Welt Spatzentag

Världsmusen dag

World sparrows day

Wereld mussen dag

Día Mundial de los Gorrion

Giornata mondiale dei passer

 

Es gibt ja die kuriosesten Tage, aber am 20.3.  ist einer über den ich mich besonders  freue. Denn es  ist der „Welt Spatzentag“  und den habe ich doch fast vergessen. Eine weitere Freude ist es, dass erstmalig seit vielen Jahren,  die Zahlen der Sperlinge bei der Winterzählung bessere Ergebnisse zeigten. Mein Freund der Spatz, kämpft sich in unsere Gärten zurück.

 

                                  Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Brutrevier Salzwiese

Viele Jahre ist es her, dass ich das erste mal auf der HH-Hallig war. (Mehr als 25 Jahre.) Damals gab es dort noch kein Restaurant mit einem Sternekoch, von dem man sich edel bekochen lassen kann. Da brachte man sich seine Stulle mit und setzte sich draußen auf eine der Bänke. Trank ein Becher  Milch oder Tee dazu, den  man  dort bekommen konnte. Eine schöne Zeit, die leider der Vergangenheit angehört. ( Aus dieser Zeit habe ich noch alte Dias, ich werde mal sehen ob ich die soweit hinbekomme, um sie hier zu zeigen.) Was es aber damals schon gab, waren die Salzwiesen, die voller Leben steckten. Auf der Wegstrecke vom Festland zur Hauptwarf, konnte man rechts und links des Weges in den Wiesen  die vielen Vögel beobachten. Es sind aber nicht nur die Vogelbeobachter, die hier auf ihre Kosten kommen. Wegen ihrer einmaligen Flora, ist die Hallig auch ein beliebtes Ziel für Pflanzen und Insektenliebhaber. Diese Salzwiesen sind im Frühjahr ein bevorzugtes Brutgebiet für Limikolen. Dazu zählen besonders der  Kiebitz, Säbelschnäbler, Austerfischer  und der Rotschenkel. Gerne brütet der Austernfischer  in einer Kolonie mit der Fluss-Seeschwalbe und der Lachmöwe, die hier auch ihre Brutreviere haben. Gemeinsam verteidigen sie ihre Gelege von Feinden, wie Raben,  Möwen und Greifvögel.  Die Hallig zählt zu den größten Brutgebieten für Limikolen in Deutschland, daher stehen die Wiesen unter einem ganz besonderen Schutz.  Ein Vogelwächter achtet ganzjährig darauf, dass diese Schutzmaßnahmen auch eingehalten werden. Es besteht ein strenges Betretungsverbot für das Brutgebiet.  Die ersten Rückkehrer die wir in diesem Jahr beobachten konnten, waren die Kiebitze. Einige Vögel die hier brüten, bleiben aber auch  über Winter in ihrem Revier, dazu zählt der Säbelschnäbler und der Austerfischer. Der Sandregenpfeier gehören zu den Frühbrütern, er ist schon sehr früh in seinem Brutgebiet zu beobachten. Häufig haben diese Vögel schon im März die ersten Eier liegen. Ihre Küken zählen zu den Nestflüchtern und sind schon oft im April zu sehen. Der Rotschenkel ist ein Teilziehern, einige Vögel  bleiben auch über Winter  an der Küste. Es sind die Wächter der Hallig, man sieht sie häufig auf Pfosten und Schilder wie ein Torwächter sitzen.  Mit den Wintergästen, den Vögeln die über die kalter Jahreszeit geblieben sind und den frühen Heimkehrer , hatten wir das Glück viele Vogelarten zu beobachten.

 

                                     Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

           

 

Versunkenes Land

Immer wieder zieht es mich auf die „Hamburger Hallig“. Ganz besonders am Anfang eines Jahres, wenn dort noch wenig Besucher sind .  Zu dieser Zeit, gehört die Hallig  den Vögeln und einigen Naturbeobachtern fast allein. Jetzt sind noch die Vögel zu beobachten, die ihr Winterquatier auf der Hallig haben.  Rast und Durchzügler die ihre Brutgebiete in ganz anderen Regionen haben, legen häufig auf der Insel eine Pause ein. Die ersten Heimkehrer , die ihre  Brutplätze  in den Salzwiesen haben, sind jetzt auch schon zu beobachten. Es ist  eine der lebhaftesten und interessantesten Jahreszeit auf der Hallig, was die Naturbeobachtung betrifft. Wo liegt sie aber nun und was hat die Hallig mit Hamburg zutun? Eine Frage, die mir immer wieder  gestellt wird. Häufig ist diese Insel den Menschen, mit denen ich mich darüber unterhalte nicht bekannt . Es ist halt keine Insel auf der man seinen Urlaub verbringt, sie ist in dieser Zeit auch unbewohnt. Weit im Nordwesten von Schleswig-Holsten, schon fast an der dänischen Grenze, beim Ort Reußenköge liegt nun diese Hallig. Ihren  Namen verdankt sie den beiden Hamburger Kaufleuten  Rudolf und Arnold Amsinck. Das Brüderpaar erwarb 1624, im äußerst nordöstlichen Zipfel des Vorland der sagenumwobenen „Insel Strand“ das „Deichrecht“. Durch Eindeichen entstand Amsinck-Koog“, auf dessen Grund sie das „Hamburger Haus „ errichtet haben. Immer wieder wurde der Koog, im Laufe der Jahre von heftigen Stürmen und Fluten beschädigt. Im Jahr 1634 kam es dann zur legendärenBruchardiflut“, 8000 -12000 Menschen dazu 50000 Tiere  verloren in dieser Sturmnacht vom 11. auf der 12 Oktober ihr Leben. Mit ihnen versank  die gesamte Insel Strand. Von der eins so großen Insel, sind heute die Halbinsel Nordstrand, Pellworm, so wie die Hallig Nordstrandischmoor übrig geblieben . Noch heute suchen bei Niedrigwasser  Archäologen, nach Überbleibsel der eins so großen Insel. Auch Amsinck Koog wurde von dieser verheernden Flut heimgesucht und zerstört. Das  Einzige was von Amsinck Koog  übring geblieben ist , die heutige  Warft und das „Hamburger Haus“. Diese kleine Erhebung, wurde in der Sturmnacht für viele Menschen zur Rettungsinsel. Heute ist die Hallig eine Halbinsel, 1885 wurde sie durch ein Damm mit dem Festland verbunden. Seit dem Jahr 1902 führt ein befahrbarer Weg, vom Festland bis zur Hauptwarft. Die Hallig besteht  aus drei Warften, der Hauptwarft, den beiden kleinen unbewohnten Warften Schafsberg und Kuhberg. Das Areal recht und links neben dem Damm, versandete im Laufe der Zeit immer mehr und wurde Heimat von vielen Vögeln. Heute ist es eines der bedeutensten Vogelschutzgebiet im Wattenmeer und zählt zum Weltnaturerbe .

Die Hauptwarft:( rechts im Hintergrund) Sie trägt keinen eigenen Namen. Auf ihr ist das Restaurant (erst ab April geöffnet) und einige Werkstätten. Hier zieht es die meisten Besucher hin, die das Lokal besuchen oder am Halligstrand baden möchten.

 

Der Kuhberg: Die kleine unbewohnte Warft,  dient den Schafen als Rettungsinsel bei “ leichtem Landunter“ .

Der Schafberg: Auf halber Strecke zwischen Hauptwarf und Amsink-Haus, nach ca 2km liegt der Schafberg . Auf der Warft steht die NABU-Station Claus-Rietmann. Das Haus verfügt über zwei Schlafplätze, einer Küche, WC und Dusche. Leute mit ornithologischen Kenntnissen, können per Anmeldung  hier einen Freiwilligendienst leisten.

Das Amsinck Haus: Direkt an der Einfahrt zur Hallig, steht das Informations und Servicezentrum. In einer Ausstellung erfährt man alles über die Hallig.  Es gibt  Infos zu Rad und Wandertouren, man hat auch hier die  Möglichkeit ein Fahrrad zu mieten, um damit auf die Hallig zu fahren . Dem Wohnmobilisten stehen hier WC, Dusche, V+E und eine Waschmaschine zur Verfügung.

Die Weisswangengans: (Branta leucopsis) Sie ist wohl der häufigste Wintergast auf der Halbinsel, jährlich überwintern 30000 dieser Gänse auf der Hallig. Das eigentliche Brutgebiet dieser Gänse liegt in Grönland bzw Spitzbergen. In den letzten Jahren hat sich Gans häufig ihre Brutgebiete an der Noredsee gesucht. Dazu zählt auch die Hamburger Hallig. Die meisten Gänse dieser Art, konnte ich im Jahr 2017 am Dollart beobachten . Dort waren es auch über den Sommer ca 150 000 Gänse, die somit für die Landwirtschaft zu einem Problem geworden ist.

Die Ringelgans: ( Branta bernicla)  ist ein typischer Wintergast auf der Hallig. Nicht so häufig wie die Weisswangengans aber auch in einigen Trupps zu beobachten.

In meinem nächsten Beitrag werde ich über die Vögel berichten, die in den Salzwiesen der Hallig ihre Brutgebiete haben.

                             Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Mein Stellplatztipp: N54°36`55″ E 8°52`15″ Ein Platz der besonders früh im Jahr Ruhe und  Natur pur bietet .  Man sollte sich aber im Vorfeld mit allen was man zum täglichen Leben benötigt eindecken . Wer den Lidl direkt um die Ecke sucht, wird enttäuscht sein. Sonst hat der Platz aber alles was der WoMo-Fahrer braucht . Bis auf die  Chemie WC -Entsorgung gibt es alles , WC, Duschen Waschmaschine ,Strom und V+E. Wer etwas weiter hinten auf dem Platz steht, braucht ein etwas längeres Stromkabel.

Franz und Freunde

Vor wenigen Tagen hätte man fast glauben können, dass unsere Natur in diesem Jahr eine Jahreszeit überspringen möchte. Übergangslos vom Winter, gleich einen Sprung bis in den Sommer. Temperaturen von mehr als 20°, ließen die Besucherzahlen in Park und Zoos in die Höhe schnellen. Tja, und dann holte uns Erhard,Franz,Heinz und Gebhard innerhalb von vier Tagen aus den Frühlingsträumen in die Wirklichkeit zurück. Mit Kälte, Schnee, Regen und heftigen Stürmen wirbelten sie uns kräftig durcheinander. Sie deckten Dächer ab, ließen Bäume fallen und die Bahn zuspät kommen. ( Das schafft  die Bahn aber auch ohne Franz ganz gut). Eines konnten die vier ungemütlichen Brüder aber nicht, sie können die Familienplanung bei den Tieren nicht aufhalten . Wohin man schaut, es werden Nester gebaut, Höhlen gegraben und für Nachwuchs gesorgt.

                                      Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Meine nächsten Beiträge, werden  euch dann einiges von der „Hamburger Hallig“ zeigen. Es sind zwar noch nicht alle Fotos gesichtet, aber eine kleine Vorauswahl ist schon getroffen worden.

Winterquatier Möhnesee

Der  Möhnsee ist ein EU anerkanntes Vogelschutzgebiet, das durch seine einmalige Artenvielfalt besticht. Besonders in der kalten Jahreszeit, ist er ein Winterquatier für viele Wasservögel aus dem hohen Norden und Osteuropa. Immer wieder gibt es Beobachtungen, die aufhorchen lassen. So waren schon  Eistaucher (Gavia immer), Prachttaucher (Gavia arctica) und Sterntaucher (Gavia stellata) als Wintergäste an der Möhne zu beobachten. Dieses Glück hatte ich bei meinem letzet Besuch nicht . Statt dessen möchte ich zwei Arten vorstellen, die im Winter an der Möhne sehr häufig zu beobachten sind.  Die Reiherente (Aythya fuligula), die  ganzjährig vorkommt und die Schellente (Bacephala clangula). Eine Entenart die nur in der kalten Jahreszei hier ist, sie kommt aus dem hohen Norden Europas als Wintergast an den Stausee. Beide Entenarten gehören zu den Tauchenten und sind  häufig in einer Gruppe zu beobachten.

                                      Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Heute mal wieder ein Stellplatztipp von mir. Unmittelbar am Ufer des Möhnesee, liegt der in Terrassen angelegte  Stellplatz Deleke. Der Platz verfügt über eine gute Austattung : V+E , Strom ,WC, Duschen sowie eine kleine Küche. Im Sommer gibt es eine Badestelle direkt am Stellplatz. Dieser Platz ist auf Grund seiner Lage und Ausstattung, nicht nur als Übernachtungsplatz zu sehen. Es lassen sich direkt vom Platz, sehr schöne Wanderungen in einem großen Wegnetzt unternehmen.

 

GPS:N 51`29`31″  E  8`4`59″

Mit diesem Beitrag lege ich eine Pause ein.  Mich zieht es auf die Insel  bzw auf die Hallig . Ich gehe für einige Zeit auf die „Hamburger Hallig“.                              Bis denne Werner.

 

Schmetterlinge im Winter.

Wie überwinter eigentlich unsere Schmetterlinge? Das ist eine Frage, die nicht in einem Satz zu beantworten ist.  Es ist je nach ihrer Art recht unterschiedlich . So überwintern von den  ca. 180 Tagfalterarten die wir in Deutschland kennen, nur sechs Arten als echte Falter . Der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der Zitronenfalter, der C-Falter, Trauermantel und  der Große Fuchs, wobei die letzten beiden nur selten bei uns zu beobachten sind. Das ist auch der Grund dafür, dass wir  den Zitronenfalter  schon recht früh im Frühjahr beobachten können. Sobald die Temperaturen etwas steigen, kommen diese Schmetterlinge aus ihren Verstecken. Sie überwintern in dunklen Kellerräumen, in Schuppen oder auch in aufgeschichtete Holzstapel . Diese Winterunterkünfte suchen sich die Falter schon im Sommer bei Erkundungsflügen aus.  Wenn ich hier über echte Falter schreibe, sind damit die fertige Schmetterlinge  gemeint und keine Pupen, Eier oder  Raupen.

 

 

Es gibt aber  Arten, die in der Entwicklungsstufe Pupe, Ei ober auch als Raupe überwintern. Diese werden dann erst später im Jahr,  als Schmetterlinge zu sehen sein. In diesem  Beitrag möchte ich zwei  Arten beschreiben, die es als Wanderfalter in den Süden zieht.

Dazu gehören der Admiral, der Distelfalter, der Postilon und das Taubenschwänzchen, das bei uns aber nur sehr selten zu beobachten ist. Diese Falter sind auf Grund ihrer langen Reisen, auch erst recht spät im Jahr wieder bei uns  zu beobachten, was besonders für den Distelfalter gilt. (Juli)  Auf diesen Reisen kommte es zu vielen Verlusten, daher sind diese Arten auch nicht so häufig zu beobachten wie andere Schmetterlinge.

 

 

Wie Zugvögel, zieht es diese Wanderfalter im Herbst auf die Reise in den Süden, wobei der Admiral seine Reise meistens schon im  Mittelmeerraum beende . Ein wahren Langstreckenflieger ist der Distelfalter, dieser kleine  Falter legt unglaubliche Strecken in enormen Höhen zurück.  Eine europäische  Forschergruppe, hat sich speziell dieser Falter angenommen. Hat sein Verhalten und seine Flugrouten studiert  und ist dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. So konnte man per Radarortung Distelfalterschwärme in einer Höhe von 1000 m erkennen, dort wo normalerweise Flugzeuge unterwegs sind.  Aber noch erstaunlich war die Stecke die diese kleinen Falter dabei zurücklegen . Sie fliegen die Rekordstrecke (Hin und Rückflug) von beachtlichen 15000 Km. Eine Strecke aus dem Norden Skandinaviens bis nach Westafrika. Das war selbst für die Forschergruppe, eine kaum zu glaubende Beobachtung. Hierbei überwinden sie Berge und Meer im „Nonstopflug“.