Middelburg im Herzen von Zeeland

Mit diesem Beitrag möchte ich meinen Fünfteiler einmal kurz unter-brechen und etwas anderes zeigen als immer nur „Schnepfen „. 🙂 Das Wetter war gut, beste Bedingungen für eine weitere Fahrradtour . Es ging in das  16 km entfernte Middelburg. Die Route führte uns durch kleinere Ortschaften vobei an Windmühlen, Gehöfte, Felder und Wiesenland-schaften. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit  erreichten wir unser  Ziel, die Hauptstadt von Zeeland.  Eine sehr schöne Stadt zum Bummel-Einkaufen und Staunen. Im Jahr 1215 wurde Middelburg durch den Grafen Willem 1. und Gräfin Johanna von Flandern das Stadtrecht erteilt.  Im 15. Jahrhundert war die Stadt noch mit dem Meer verbunden und wurde nach Amsterdam die bedeutenste Hafen und Handelsstadt der Niederlande. Hier wurden über 300 Schiffe gebaut, mit denen Gewürze, Textilien, Porzelan und vieles mehr  aus und in die Stadt gebracht. Handel und Handwerk blühten auf, sie brachten der Stadt Ansehen und Wohlstand.  Middelburg wurde zu einer  Handelsmetropole, die prachtvollen Gebäude sind sehenswerte Zeitzeichen aus dieser Epoche.  Aus dieser Stadt stammt auch eine für mich sehr wichtige Erfindung. Was wäre ich als Vogelbeobachter ohne Fernglas? Genau das wurde von Hans Lipperhey, einem Brillenmacher aus Middelburg, im Jahr 1608 erfunden. Die Stadt stand im Laufe ihrer Zeitgeschichte immer wieder im Mittelpunkt von Krieg und Zerstörung und wurde von  fremder Mächten  besetzt . (Englich-Niederländische Krieg 1780-1784.,,, der 2.Weltkrieg)  Das hatte zur Folge, dass Middelburg immer mehr  an Ansehen und Ruf verlor. Heute ist sie mit ihren 30 000 Einwohner eine der  schönsten Städte der Niederlande. Reges Treiben herrscht an den Marktagen auf dem Platz vor dem Rathaus. Ost, Gemüse, Fisch und Käse  werden von den Händler  lautstark angeboten. Die abwechslungsreichen Geschäftsstrassen mit ihrem vielfältigen Angebot haben uns richtig viel Spass gemacht.  So manches Staunen wurde uns entlockt, bei den prachtvollen historischen Gebäuden  der Stadt. Hier ist besonders das Rathaus und die Aptei Onze Lieve Vrouwe Abdij (Liebfrauenabtei) zu nennen. Solltet ihr einmal in diese Region kommen, müßt ihr unbedingt Middelburg besuchen, es lohnt sich wirklich. Wir hätten uns gerne noch die Stadt aus der Sicht eines Grachtenboot angesehen, dazu fehlte uns dann doch die Zeit. Wir mußten ja wieder mit dem Rad zurück nach Westkapelle.

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„5 auf einem Deich“ Teil 3

                                               Der  Meerstrandläufer

 

 

Fast alle Vogelarten die ich auf dem Deich von Westkapelle beobachten konnte, sind  Rastvögel bzw Durchzügler, die hier nur einen Zwischen-stopp einlegen.  Sie haben ihre Winterquatiere in südlichen Regionen, die zum Teil im Süden von Afrika liegen . Eines der größten Gebiete für diese Wintergäste, ist der „Nationalpark Namib-Naukluft“ in Namibia. Das ist eine Flugstrecke vom Wetskapelle-Deich bis zum Nationalpark von ca. 8.600 km. Diesen gewaltige Flugstrecke, muß von den zierlichen oft nur weniger als  200g schweren Vögel zurücklegen weden . Für diese Tour bilden sie Fluggemeinschaften, die oft aus mehr als 5000 Vögel pro Trupp bestehen. Solch große Gruppen bietet Schutz vor Greifvögel, auf dieser lan-gen Reise.  Ein Raubvogel hat kaum eine Chance, sich aus diesem  riesigen Pulk einen einzelnen Vogel zu schlagen. Da ist der  Meerstrandläufer eine kleine Ausnahme. Für den kleinen pummeligen Kurzzieher, liegt schon an der Nordseeküste  „Afrika„. Sein Name ist eigentlich auch nicht ganz richtig, er müßte normal Felsenläufer oder so ähnlich heißen.  Anders als seine Verwandten Knutt, Alpenstrandläufer oder Sandling sucht er nicht am Strand nach Würmer. Er zieht es vor, in steinigen felsigen Regionen die immer wieder überschwemmt werden, nach Futter zu suchen . Zwischen Felsbrocken und  Steinen an denen Meeresfrüchte angehaftet sind , sucht er nach Nahrung.   Der steinige Deich von Westkapelle, ist so genau das richtige Terrirorium für den kleinen Meerstrandläufer.  Zur Brut zieht es ihn dann aber  ins nördliche Skandinavien.

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“ 5 auf einem Deich “ Teil 2

                                             Der Alpenstrandläufer

Auf den  ersten Blick, ist der Name dieses Vogels etwas irreführend. Denn was haben die Alpen mit Strand und Watvögel zutun ? Der schnepfenartige Vogel, ist auch sicherlich nicht an den Stränden des Ammersee oder am Stanbergersee zu sehen . Selbst in der Zugzeit ist er in diesen Regionen nicht zu beobachten.  Woher stammt also dann der Name Alpenstrandläufer? Die Vermutung liegt nahe, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutschsprachige Ornithologen, den Vogel bei der Brut in den lappländischen Alpen beobachten konnten.  Hier könnte der Name Alpenstrandläufer entstanden sein.  Der ca. amselgroße Vogel, der zur Familie der Regenbogenpfeifer zählt, ist ein reiselustiger Geselle. Zu Zigtausende sind sie zur Zugzeit zu beobachten. Wie riesige Dunstwolken sind sie jetzt am Himmel über dem Wattenmeer zu erkennen. Bei plötzliche Richtungswechsel, erscheinen sie dann in schillernden Farben. Diese Art der Formationsflüge erinnert etwas  an die Flugbilder der Stare.  Wie fast alle Vögel dieser Art, zählt der Alpenstrandläufer zu den Langziehern. Sie legen zwischen Brutgebiet und Winterquatier riesige Strecken zurück. An der Nordsee angekommen, ist ihre Anwesenheit schnell zu erkennen. Obwohl man sie noch nicht sehen kann, sind ihre  Spuren im Sand oder Schlick zu erkennen. Wie von einer Nähmaschine gezogen, sind ihre Spuren zu sehen und  veraten das sie da sind. Die größte Chance den Vogel an unseren heimischen Küsten zu beobachten, besteht im Frühjahr und im Herbst, wenn sie in diesen Gebieten rasten. Zur Brut zieht es den wanderfreundlichen Vogel dann wieder in die Tundern und Moorgebiete der Nordhalbkugel.  Auch hier verbringt er nur kurze Zeit, um seine nest-flüchtigen Küken aufzuziehen.   Die meiste Zeit seines Lebens verbrigt dieser Vogel, wie auch die meisten seiner Art im Flug.

 

               

          

 

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“ 5 auf einem Deich“ Teil 1

In den nächsten fünf Beiträgen, werde ich euch die von mir am häufigst beobachteten Vogelarten auf dem Deich von Westkapelle vorstellen. Ich hatte nun auch genügend Licht, um das zu fotografieren, was ich mir dort  erhofft hatte .

                                             Austerfischer

Der Austerfischer war neben den verschiedensten Möwenarten, der von mir am häufigst beobachtete Vogel. Um so erstaunlicher war für mich die Rück-meldung meiner Ringfunde , die ich an die niederländische Beringungs-zentrale  geschickt habe. (siehe mein Beitrag :  „Woher stammen wohin fliegen sie“.) Hier bedanken sich die Wissenschaftler für die Meldung und schreiben mir warum es grad jetzt für ihre Arbeit so wichtig wäre, solche Ringmeldungen zu bekommen. Es gebe in den letzten zwei Jahren, dramatische Einbrüche bei der Aufzucht von Austernfischer. Die Trock-enheit der letzten beiden Sommer hat dazu geführt, das  Elternvögel ihre Jungen nicht mehr ausreichend mit Futter versorgen können. Häufig würden Küken  schon einige Tage nach dem Schlupf verhungern . Wenn sonst 4-7 Nestlinge pro Gelege beringt werden konnten, sind es jetzt nur noch 1-3 Jungvögel, die es schaffen auch flügge zu werden . Das wäre eine dramatische Entwicklung, auch für den Gesamtbestand dieser Vogelart. Kaum vorstellbar, dass es solch einen Einbruch bei einem Vogel gibt, der  so häufig zu beobachten ist.  Über gemeldete Ringfunde, ließe sich so ein Bild von der Gesamtlage aufzeichnen. Eine Meldung die ich kaum glauben konnte. Um so erstaunter war ich bei der Durchsicht meiner Fotos.  Hier fiel mir sehr schnell auf, dass innerhalb der Gruppen von Austernfischer, die ich häufig fotografieren konnte,  nur recht wenig Jungvögel zu erkennen waren. Eine Entwicklung die für mich mehr als erschreckend ist.

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„Art of nature „

 

                                                    “ Schnittstellen „

In einem frühren Beitrag, habe ich euch schon einmal ähnliche Fotos gezeicht. Bei diesen Kunstwerken, kamen weder Pinsel, Stift noch Feder zum Einsatz. Die Natur nutz für  diese Art von Kust, Wasser, Wind, Sonne und den Wechsel der Gezeiten. Mich freut es immer wieder, wenn ich meine eigene Galerie um einige weitere Exponate aus der Natur erweitern kann . Diese Fundstücke gibt es aber nicht nur am Meer. Oft fallen mir solche Unikate der Natur auch  anderer Orts auf . Es sind alte Weidepfähle, die häufig schon mit Moos bedeckt sind, die meine Aufmerksamkeit weckt. Aufgeschichtete Brennholzstapel sind auch immer sehr schöne Fundorte. Hier finde ich oft altes Holz, mit schönen markanten „Schnittstellen“.

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Ab in den Süden oder doch nicht?

In den letzten Tagen und Wochen, konnten wir sehr schön am Himmel beobachten, wie es die Vögel in großen Scharen in den Süden zieht. Viele Vogelarten verlassen nun  ihre Brutgebiete und fliegen  in den Süden Europas oder auch bis ins ferne Afrika. Es gibt aber auch Vögel, die genau in die entgegengesetzte Richtung fliegen. Dazu gehört zB. der Große Brach-Vogel.  Mit etwas Glück, kann ich ihn im Frühjahr in meinen heimischen Auen, in kleinen Gruppen  bei der Futtersuche beobachten.  Anders ist es in seinem Winterquatier an der Nordseeküste , dort sind sie auf Wiesen und  Feldern  zu Hunderten zu beobachten . Wenn es Abend wurde, konnte man sehen wie sie in großen Trupps zu ihren Schlafplätzen flogen. In den seich- ten Gewässern der Feuchtwiesen, haben sie ihr Nachtlagen. Hier sind sie sicher, vor Fuchs und anderen Tieren die ihnen gefährlich werden können. Es war gut das es in den letzten Tagen so stark geregnet hatte, denn bei unserer Anreise lagen die Wiesen fast alle trocken . Die Vögel hätten so keinen sicheren Schlafplatz gefunden.

 Eine Fotoserie aus dem Winterqutier des „Großen Brachvogel “ Zeeland Niederland.

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Mit dem Sturm im Bund

Die Brandseeschwalbe ist eine Vogel, den man nicht so häufig beobachten kann. Daher ist die Freude bei mir immer besonder groß, wenn ich mal wieder welcher zusehen bekomme. In Deutschland wird sie als Brutvogel auf der „Roten Liste „ geführt und ist nur als Durchzügler zu beobachten. Sie steht ganz oben auf dieser Liste, in der Katigorie 1. Das sind Vogelarten, die vom Aussterben bedroht sind. Meine letzte Sichtung dieser Art, hatte ich vor zwei Jahren im Norden Höllands Camperduin NRG De Putten bzw auf Texel. Dort im NSG Utopia gibt es noch eine der wenigen Brutkolonien. Die Bradseeschwalbe ist ein Vogel aus der Gattung Thalasseus, aus der Familie der Seeschwalben ( Sterna sandvicensis).Bei meinem Besuch in Westkapelle, hatte ich das große Glück einen kleinen Trupp von 15 Vögeln zu beobachten. Darunter drei Jungvögel und vier Schwalben mit einer Beringung, von der ich eine ablesen und melden konnte.  Sie gehörten zu den wenigen Vögeln, die bei dem Sturm noch auch Futtersuche gingen . Der Sturm stand mir bei den Fotos auch hilfreich zur Seite . Wie alle schwalbenartige Vögel sind sie sehr schnell und nur sehr selten im Flug zu erwischen . Der  heftigen Wind bzw Gegenwind erhöhte meine Chancen auf Flugfotos so deutlich. Das ich diese scheuen Vögel am Boden erwischen konnte, hat mich schon sehe gewunderet. Normalerweile fliegen sie bei der kleinsten Annäherung schon auf , über diese Fotos habe ich mich besonders gefreut.

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