Regen bringt Segen

Im Vorfeld unserer Reise, habe ich mich schon sehr auf die Feuchtwiesen hinter dem Deich von Westkapelle gefreut. Ein Gebiet mit Teichen und Bläken, die mich wegen ihrer Vielfalt immer wieder überrascht haben. Am  Tage nach  unserer Ankuft, machte ich mich schon früh morgens auf den Weg, um in dieses  Gebiet zu fahren. Ich wollte doch unbedingt sehen, was dieses  Vogelparadies mir  in diesem Jahr zu bieten hatte. Dort ange-kommen, verfinsterte sich mein Mine schlagartig. Das was ich als Habiat voller Leben kannte, lag braun und trocken da. Auch hier hatten die letzten beiden Sommer ganze Arbeit geleistet. Nur wenige  Möwen und ein paar Stockenten, sonst war nicht ein Vogel zu sehen. Ein Anblick der mich traurig und zugleich wütend machte. Wer hier noch von einem tollen Sommer spricht,  der hätte sich dieses armselige Bild einmal ansehen sollen.

Dann setzte der von mir, in anderen Beiträgen schon beschriebene Regen ein.  Fünf Tage lang, schüttete es nur mit kurzen Unterbrechungen, wie aus Eimern. Da dieses Gebiet unmittelbar neben unserm Campingplatz beginnt, konnte ich beobachten, dass sich dort etwas getan haben musste. Immer mehr Vogelschwärme zogen über uns hinweg in das Feuchtgebiet. Deutlich waren  das Schnattern von Gänsen zu hören. Das Wetter war zwar immern noch nicht das Feinste, ich wollte aber wissen was dort los war. Also ab aufs Fahrrad und in die Feuchtwiesen. Als erstes sah ich wieder Wasser und dann Vögel. Es war wie ein kleines Wunder, ich konnte es kaum fassen. Große Schwärme Goldregenpfeifen, unzählige Enten verschiedenster Arten und Große Brachvögel, die ich in solch großen Trupps noch nie gesehen habe. Der lang anhaltende Regen war für die Natur ein wahrer Segen, er hatte die Vögel zurück gebracht. Ich konnte die ersten Fotos machen, wobei diese mehr als Beleg für diesen Beitrag dienen. Bildqualität konnte ich bei diesem dunkelen Himmel der kaum Licht bot nicht erwarten. Sie zeigen aber welchen Wert Feuchtwiesen und Blänken für Vögel haben, wenn sie wieder mit Wasser gefüllt sind. Mein erster Gedanke bei diesem Anblick…. hätten wir im Sommer auch ab und zu mal solche Regenfälle gehabt. Für das Brutjahr 2019  kam dieser Regen leider etwas zu spät.

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Ganz viel Gans.

Die einen kommen die anderen gehen, so verlassen uns jetzt viele Singvogelarten und ziehen in den Süden. Dafür kommen nun unsere Wintergäste und beziehen ihre Quartiere. Eine von ihnen ist die Weisswangengans, deren Brutgebiete in der Arktis (Grönland, Spitzbergen oder auch Sibirien) liegen. Ab November sind sie dann zu vielen Tausenden im Deichvorland der Nordseeküste zu beobachten. Ich konnte sie dort wo die Ems in den Dollart geht in riesigen Scharen beobachten.

Ein guter Ausgangspunkt für Beobachtungen ist der kleine Ort Ditzum, hier findet man auch einen schönen Stellplatz direkt am Emsdeich. N53´18´57“ E07´17´11“ Es lohnt sich auch eine Fahrt zur alten Bohrinsel am Wattweg. Sie ist vom Stellplatz aus auch gut mit dem Fahrrad zu erreichen ist.