5 auf einem Deich „Plus“

Eine SD Karte die ich völlig übersehen habe, zeigt  noch einmal eine Serie  von Vögeln, die eigentlich in den Beitrag „5 auf einem Deich“ gehört hätte . So gibt es jetzt den Nachtrag mit dem Steinwälzer . Der Beitrag hätte somit   “ 6 auf einem Deich“ heißen müssen.

                                      Die Fotos lassen sich durch Anklicken vergößern

Geröllstrände ein Garten der Natur

 

Nach dem ich über Land und Leute im Nordwesten Frankreichs  berichtet habe, werden sich meine nächsten Beiträge mit der Natur bzw Vogelwelt dieser Region beschäftigen. Es gibt nicht nur diese großen weiten fast menschenleere Sandstrände, wie ich sie zuvor in meinen Beitägen beschrieben habe. Besonders im Bereich der Steilküste, sehen sie häufig wie eine Gerölllandschaft aus. Da liegen Felsblocken von groß bis klein Stein an Stein, die mit glitschigen Algen überzogen waren. Mitunter war es sehr beschwerlich, auf diesem glatten und rutschigen Untergrund zu laufen. Zumal dann nicht, wenn man mit viel Fotoausrüstung  unterwegs war. Es war also größte Vorsicht geboten, um nicht zu stürzen.  Es mußte passendes Schuhwerk getragen werden, was diesem schwierigen Untergrund gewachsen war . Wobei diese nach unserer Tour klatsch nass waren.  Überall zwischen den Steinbrocken standen in Senken noch Wasser , das mitunter Knöchel tief waren.  Aber genau diese Strandabschnitte waren für uns interessant, denn hier gab es Vögel zu beobachten.  Die Natur hat durch das stete Wechseln der Gezeiten, einen fruchtbaren Garten entstehen lassen.   Bei ablaufendem Wasser, suchte sowohl Mensch als auch Tier an diesem Strand  nach Früchten des Gartens. Wir konnten auch Menschen beob- achten, die mit Eimern und Harken bewaffnet, zwischen dem Geröll nach Meeresfrüchten suchten.  Einer der solche  steinigen Strände  besongers  mag, ist der Steinwälzer. Nicht ohne Grund, trägt er diesen merkwürdigen Namen . Er dreht kleinere  Steine mit seinem kräftigen Schnabel  um und sucht darunter nach dem, was das Meer bei fallendem Wasser hinterlassen hat. Der Steinwälzer (Arenaria interpres) gehört zu den Schnepfenvögeln und ist in etwa so groß wie eine Amsel . Weibchen und Männchen  unter- scheiden sich nur in der Größe voreinander. Diese Vogelart ist in  ganz Europa zuhause.  Seine Brutgebiete hat er häufig an der skandinavischen Küste, aber auch an den Küstenstreifen der  Normandie gibt es Brutgebiete des Steinwälzer.

 

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Der Steinwälzer

Sehr häufig tragen Vögel ihren Namen nach ihrem Aussehen, Gesang oder  nach ihren Lebensgewohnheiten. Der Steinwälzen bekam seinen Namen, wegen der ungewöhnlichen Art nach Futter zu suchen. Er dreht Steine, Geröll und sonstiges Strandgut um, um darunter nach Larven, kleinen Muscheln oder Krebsen zu suchen. Dazu läuft er mit kleinen, schnellen Schritten immer wieder an der Wasserkante entlang. Sobald er etwas gefunden hat, dreht er es um.

                                                      Der Steinwälzer
                                     Steinwälzer im Prachtkleid

 

 

Er ist in etwa so groß wie eine Amsel und gehört zu den Schnepfenvögeln. Der Zugvogel verbringt den Winter an den Küsten Südafrikas. Im Frühjahr kommt er von dort zurück, um im äußersten  Norden Europas zu brüten (Island,Nordkap).  Die Nordseeküste und das Watt besucht der Steinwälzer  im Herbst und im Frühjahr, um dort zu rasten. Hier legt er sich Kraftreseven zu, um die weiten Reisen gut zu überstehen.

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Schutzsuchende.

Die ganze Nacht hatte es gestürmt. Der Regen trommelte auf das  Dach unseres Wohnmobils . Nach dem örtlichen Wetterbericht waren Windstärke um 110/km vorhergesagt. An Fototouren war also nicht zu denken. Mich zog es trotzdem an den Strand. Ich kann ja nicht den ganzen Tag im WOMO sitzen. So warf ich mir meinen Militärponcho über und nahm eine kleine Kamera mit. An großes Gerät war nicht zu denken, dass hätte mich umgeblasen. So ausgerüstet ging es zum Strand. Bis auf zwei Kitesurfer war weit und breit kein Mensch zu sehen, die waren wohl genau so durchgeknallt wie ich. Der Wind war schon recht heftig. Hohe Wellen klatschten immer wieder mit voller Kraft gegen den Deich.

Doch dann machte ich eine Beobachtung die meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Hinter Steinen und in Mulden des Deiches saßen eine Vielzahl von Vögeln. Sie hatten ihren Kopf unter die Flügel gesteckt, standen so auf einem Bein und pendelten geschickt jede heftige Windboe aus. Es waren Steinwälzer und Meerstrandläufer, die hier  Schutz vor dem schlechten Wetter suchten.