Entlang der niederländischen Nordseeküste

Mit dem Fahrad durch die Polderlandschaft

Wir freuen uns über den Kiebitz und den Nachwuchs der Deichpfleger.

Wir hatten schon große Bedenken, dass unsere Poldertour im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen konnte. Die ganze Nacht hatte der Regen uns mit seiner Melodie durch den Schlaf begleitet. Wer selbst Wohnmobilfahrer ist kennt diese Tropfenmelodie zu gut, je nach Regenstärke ändert sich das Lied des Regens plop…….polp….plop… plopplopplop, es ging fast bis in die frühen Morgenstunden, behauptet zumindest meine Frau, ich bin darüber eingeschlafen. Als ich unsere Rollos hochgelassen habe, sah es doch recht viel versprechend für unsere Tour aus. Es blieb tatsächlich den ganzen Tag trocken, so konnten wir nach dem Frühstück unsere Fahrradtour durch die Polderlandschaft starten. Wir hatten uns im Besucherzentrum schon eine Karte mitgenommen , die uns zeigte welche Möglichkeiten sich für uns ergeben können. Wie fast überall in Holland, gibt es ein Wegenetzt das durch Nummer ausgeschildern ist. So kann man sich schon vorher überlegen wohin und wie lang die Strecke sein sollte. Wir hatten uns eine Tour von etwa 35 Km ausgesucht. Was sind eigentlich Polder? Ein riesiges Kanalsystem das durch Pumpen und Schleusen die Wasserstände so reguliert, dass es zu keinen Überschwemmungen kommen kann. Die vielen Windmühlen die wir in Holland sehen, sind ein wichtiger Bestandteil dieses Kanallabyrinth. Sie betreiben Pumpen die das Wasser in andere Kanäle oder Teiche Seen oder Feuchtwiesen pumpen. Es werden sicherlich heute auch moderne elektrische Pumpen eingesetzt, aber nach wie vor sind diese Windmühlen zuverlässige Anlagen im Hochwasserschutz. Die Niederländer müssen diesen Aufwand betreiben, weil große Flächen ihres Landes unterhalb des Meeresspiegel liegen.

Eine Windmühle in mitten eines Poldergebiet.

Es sind nicht nur zuverlässige Arbeiter im Hochwasserschutz , sie ergeben auch oft ein romantisches Motiv für ein Foto.

Polder sind nicht nur notwendiger Hochwasserschutz, sie sind auch ein wichtiger Bestandteil des niederländischen Naturschutz. Wenn heute neue Polderteiche oder Feuchtwiesen angelegt werden, spielt bei der Planung der Naturschutz eine wichtige Rolle. So konnte z.B bei Camper Duin, solch ein neu erstellte Teich und Feuchtwiesenprojekt Heimat der auf der „RotenListe“ stehende Brandseeschwalbe werden. (über dieses Projekt werde ich später noch berichten.)

Zwei Brandseeschwalben hier sehe schön im Flug

Ein Vogel der ganz oben auf der Roten Liste steht

Zu unserer großen Freude, waren die Polderlandschaft bei Termunten eine Heimat der immer seltener werdeden Kiebitze. Wir konnten hier große Trupps beobachten. Was sicherlich eine Folge dieser gut durchdachten neuen Art von Poldern sind.

Hier findet der Kiebitz beste Bedingungen, um seine Nachkommen aufzuziehen.

Immer wieder ein schönes Bild, Kiebitze im Flug zu beobachten. Ihre Flugmanöver sind einzigartig und haben uns gr0ße Freude bereitet.

Es war aber nicht nur der Kiebitz der hier zu beobachten war, wir konnten bei unserer Tour durch die Polderlandschaft mehr als zwanzig verschidene Vogelarten Beobachten. Insgesamt waren es 38 verschiedene Arten, die wir in unseren Tagen in Termunten zählen konnten.

Es war der Kampfläufer, über dessen Beobachtung wir uns sehr gefreut haben. Wir konnten sie schon in großen Trupps sehen können aber nicht zu dieser Zeit.

Mehrere Uferschnepfen die in den Polderwiesen nach Futter stocherten standen auf unserer Beochachtungsliste.

Brandgänse und Austernfischer waren sehr häufig zu sehen

Auch Wintergäste, wie die Weißwangengans sind in großer Anzahl zu sehen

Die Polderwiesen von Termunten, sind ein wahres Vogelparadies. Vergrößert mal das erst Foto und schaut wieviele Vogelarten ihr allein auf diesem Foto erkennt.

Ein abschließender Blick über das weitläufige Polderland

Mein nächster Beitrag : Punt van Reide

Gartensafari 19

Die Knautien-Sandbiene

Liebe Leser im Augenblick bin ich etwas in der Zwickmühle, worüber ich zuerst berichten soll. Sind es die Erlebnisse aus meinem Urlaub, über die es sehr viel zu berichten gebe. Ist es vielleicht auch mein neustes Gartenprojekt. Da mein Schwiegersohn noch Urlaub hat, setzen wir einen Wunsch meiner Frau um den sie schon sehr lange hat, wir bauen einen Rosengarten. Oder sollte ich über die vielen neuen Gäste in unserem Garten berichten. Ich habe mich für letzteres entschieden.

Der Grund dafür war eine E-Mail , einer lieben Leserin. Auf der Suche nach einem eigenen Projekt, hat sie sich an das Foto einer Wildbiene aus meinem letzten Beitrag erinnert. Dabei handelt es sich um die Knautien-Sandbiene. Eine unscheinbare Wildbiene von etwa 12-16 mm, man muß schon etwas genauer hinsehen, um diese kleine Biene zu entdecken. Einst war es eine weit verbreitete Art in ganz Europa. Durch den intensiven Einsatz von Ackergrift und die damit verbundenen Zerstörungen wichtigen Habitate, hat die kleine Biene den unrühmlichen Weg auf die “ Roten Listen “ von Deutschland, Großbritanien, Schweden, Norwegen und Finnland gefunden. Wie diese Bienen den Weg in unseren Garten gefunden hat, bleibt wohl ihr Geheimnis . Bei genauerer Beobachtung habe ich mehrere Knautien-Sandbienen entdeckt und auch die in Internet beschriebene völlig schwarze Art ist darunter.

An dieser Stelle geht mein besonderer Dank an Almuth und auch an Puzzelblume die mich bei einem anderen Hummelobjekt unterstützt hat, auf das ich später noch kommen werde.

Es ist nicht ganz einfach diese quirligen und kleinen Bienen zu fotografieren

So wie hier ,dass sie mal für eine Weile sitzen ist selten

Auf diesem Foto ist die typische Behaarung dieser Biene zu erkennen.

Schnell fliegen sie von Blüte zu Blüte.

Zum Vergrößern die Fotos bitte anklicken

De Petten

Meine heutige Fototour führt mich in ein Teich und Feuchtwiesengebiet, zwischen Petten und Schoorl im Norden von Holland.

Durch bekannte Vogelbeobachter wußte ich, dass sich an diesem künstlich angelegten Feuchtgebiet seit meinem letzten Besuch einiges verändert hat. Es war nicht nur der erweiterte Teichausbau und die neue Beobachtungshütte, die das Gesamtbild verändert haben.

Dies ist ein Foto von einer Teilansicht des gesamten Schutzgebiet „De Petten “ es ist aber das Gebiet, in dem sich die Brandseeschwalben aufhalten. Die Brutkolonie umfasst mittlerweile ca 200 Brutvögel.

Die neu erstellte Schutzhütte, sie wird wohl nicht zu oft besucht. Mein Weg führte durch hohe Kamillepflanzen die prächtig blüten.

Dieses Foto zeigt im Hintergrund das große Feuchtwiesengebiet. Es ist als Ruhezone und Rückzugsgebiet angelegt worden und für Besucher nicht zugänglich.

Einst war das gesamte Feuchtgebiet ein artenreiches Arial, das sich jetzt etwas verändert hat. Die Limikolen haben sich mehr in den hinteren Bereich zurückgezogen , während der vordere Teil von Brand und Flußseeschwalben besiedelt ist. Im nördlichen Teil, der etwas zwei drittel der Gesamtfläche ausmacht, siedeln etwa 200 Paare Brandseeschwalben . Es ist neben dem Brutgebiet auf Texel (Utopia) die zweite Ansiedlung dieser sonst so seltenen Seeschwalbenart in den Niederlande. Bekannt sind noch europäische Brutgebiete an der englischen Küste bei Nordfolk, in der Normandie (Resérve Naturell de I Estuaire de la Seine) und im Süden Portugals. In Deutschland ist die Brandseeschwalbe als Brutvogel ausgestorben und wird als solches auf der roten Liste geführt.

Im Vorfeld dieser Tour wußte ich schon, dass ich heute vor einer fotografischen Herausforderung gestellt würde. Ich hatte die Absicht, diese schnellen und wendigen Vögel bei der Futtersuche zu fotografieren. Eigendlich sind solche Beobachtungen sehr schwer zu machen, da die Vögel meistens aufs Meer hinaus fliegen oder bei Ebbe im flachen Wasser des Wattenmeer nach Beute tauchen . Damit sind sie in den meisten Fällen, selbst mit den größten Brennweiten nicht zu erreichen. Im Schutzgebiet „De Petten“ hat man um die Brutinseln eine Wasser angelegt, das mit einem guten Weißfischbestand besetzt ist . Durch die Zuflüsse kommt immer wieder neuer Fischbestand in dieses Gewässer.

Die Brandseeschwalbe hat sich wohl gut an Rotfedern und Rotaugen als Futterfisch gewöhnt, statt im Meer nach Sandaalen zu tauchen. Das Fischen ist für sie dadurch aber nicht einfacher geworden, es sind Futterneider in direkter Nähe, die ihr das Leben schwer macht. Fliegt eine Schwalbe auf Futtersuche, wird sie dabei meistens von mehreren Vögeln begleitet. Sobald die Brand-seeschwalbe abtaucht, wir sie von ihren Begleitert attakiert , man versucht ihr die Beute zu entreißen. Die Vögel haben mittlerweile eine Taktik entwickelt um ihre Beute zu retten . Gleich nach dem Fang schlucken sie den erbeuteten Fisch, um ihn später bei den Nestlingen wieder auszuwürgen. Diese Art des Fischfang habe ich schon häufig bei anderen Vögeln, wie zB. beim Kromoran beobachten können aber nie bei Seeschwalben. Ich konnte sie sonst immer nur mit einem Fisch im Schnabel, auf dem Rückflug zu den Nestlingen beobachten.

Noch hat diese Brandseeschwalbe ihr Beute nicht bis zu ihren Nestlingen gebracht. Es ist ein stetiger Kampf ums Futter, den ich hier im Schutzgebiet von „De Petten“ beobachten durfte.

Im südlichen Teil des Naturschutzgebiet hat sich die Flußseeschwalbe angesiedelt. Hier handelt es sich aber um einen kleineren Trupp von etwa 50 Brutpaaren . Dieser Vogel ist im gegensatz nur Brandseeschwalbe weit verbreitet, ihre Bestände sind nicht bedroht.

Auch in diesem Teil des Schutzgebietes, ist der Kampf um das begehrte Futter zu beobachten. Im Gegensatz zur Brandseeschwalbe ist die Flußseeschwalbe sehr störempfindlich, schon bei der kleinsten Störung fliegt der gesamte Schwarm auf.

Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Der Steinschmätzer

Von Zeit zu Zeit poste ich immer mal wieder Vögel, die den traurigen Sprung auf die „Rote Liste“ geschafft haben. In der Kategorie 1 ( vom Austerben bedroht ) steht der Steinschmätzer ganz oben auf dieser Liste.

                                 Der Steinschmätzer

Die  Gründe für diese traurige Tatsache, liegt wohl in den eigentümlichen Lebensräumen des Steinschätzers. Er bevorzugt offene,karge, steinige Flächen  die er hauptsächlich in den Hochgebirgen Europas findet. Ein bevorzugter Lebensraum ist auch die schwäbische Alb und die offenen Küstenregionen mit steinigen Deichaufschüttungen. In den meisten Regionen Deutschlands, kommt er nur noch sehr selten vor, so wurden z.B. in Hessen nur noch 30 Paare gezählt. Der Zugvogel der zu den Fliegenschnäppern zählt , verbringt die kalte Jahreszeit in Afrika. Seine Brutgebiete sind in den von mir beschriebenen bevorzugten Lebensräumen zu finden.

                                    Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

 

Die Lachseeschwalbe

Sie  zählt in  Mitteleuropa zu den seltensten Vogelarten . Auf der „Roten Liste“ wird sie als vom Aussterben bedrohte Art geführt. Fast der gesamte Bestand von 37 Brutpaaren ist  im Neufeldkoog im Kreis Dithmarschen zu finden. Ein weiteres Paar gibt es  am Jadebusen und eins im dänischen Esberg. Das ist der einsame Rest, von einst riesigen Kolonien. Hier wird sie in der Brutzeit, von einer Gruppe Wissenschaftler rund um die Uhr betreut. Das gesamte Brutgebiet ist abgesperrt, jedes Betreten der Region ist verboten. Gerne geben  die Betreuer an ihrem Beobachtungspunkt Auskunft über diese Vögel. Für interessierte Besucher gibt es Informationsmaterial, und  die Möglichkeit ein Blick durch bereitstehende Spektive zu werfen. Es gilt das Bestreben, diese Art durch gezielte Maßnahmen zu erhalten.

In den letzten Jahren ist es gelungen, kleine Bruterfolge zu verzeichnen. Die Jungen wurden mit auffällig makierten Ringen versehen,um eine Rückkehr aus ihren  südlichen Winterquatieren zu beobachten. Wenn es auch Verluste gegeben hat, ist doch ein kleiner Erfolg zu verzeichnen.  Ständige Elbvertiefungen, haben diesem Vogel den Lebensraum genommen. Dort wo die Elbe ins Wattenmeer fließt, gab es große Ansiedlungen. Hier konnten sie genügend Futter finden, um ihre Nestlinge aufzuziehen. Leider gehören diese großen Kolonien von Lachseeschwalben der Vergangenheit an. Ob es gelingt den Bestand zu erhalten oder auszubauen, ist fraglich, denn die nächste Elbvertiefung ist schon in Sicht. Damit weitere Überflutungen der Auen, die ihre Gelege zerstören.

Gute Beobachtungsmöglichkeiten hat man im Hafen von Neufeld, wo sie bei Ebbe auf Futtersuche gehen.

Stellplatz Hafen Neufeld :

GPS N 53°54’22“ – E 09°01’09“

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