Ab in den Süden oder doch nicht?

In den letzten Tagen und Wochen, konnten wir sehr schön am Himmel beobachten, wie es die Vögel in großen Scharen in den Süden zieht. Viele Vogelarten verlassen nun  ihre Brutgebiete und fliegen  in den Süden Europas oder auch bis ins ferne Afrika. Es gibt aber auch Vögel, die genau in die entgegengesetzte Richtung fliegen. Dazu gehört zB. der Große Brach-Vogel.  Mit etwas Glück, kann ich ihn im Frühjahr in meinen heimischen Auen, in kleinen Gruppen  bei der Futtersuche beobachten.  Anders ist es in seinem Winterquatier an der Nordseeküste , dort sind sie auf Wiesen und  Feldern  zu Hunderten zu beobachten . Wenn es Abend wurde, konnte man sehen wie sie in großen Trupps zu ihren Schlafplätzen flogen. In den seich- ten Gewässern der Feuchtwiesen, haben sie ihr Nachtlagen. Hier sind sie sicher, vor Fuchs und anderen Tieren die ihnen gefährlich werden können. Es war gut das es in den letzten Tagen so stark geregnet hatte, denn bei unserer Anreise lagen die Wiesen fast alle trocken . Die Vögel hätten so keinen sicheren Schlafplatz gefunden.

 Eine Fotoserie aus dem Winterqutier des „Großen Brachvogel “ Zeeland Niederland.

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Tour zu den Flamingos Teil 3

               Was machen die Flamingos im Winter?

Mittlerweile kommt es in der Flamingoansiedlung zu regelmäßigen Bruterfolgen. Schon im März, kurz nach ihrer Ankunft im Venn beginnt die Balz. Zur Brut bauen die Vögel einen Kegel aus Schlamm, der etwas 40 cm hoch ist. Das Flamingoweibchen legt darin jeweils nur ein Ei. Abwechseln brütet das Paar  dieses in etwa vier Wochen aus, bis es zum Schlupf kommt. Die Küken die in Zwillbrock geschlüpft sind, bekamen gleich vom Anfang an eine Beringung. So sind die echten Münsterländer, von den anderen Vögeln gut zu unterscheiden. Warum haben sich die Flamingos ausgerechnet das Zwillbrocker Venn zu ihrer Heimat gemacht ? Es gibt doch genügend ander Gewässer, die ihrer Lebensart entsprechen und dort liegen wo es viel wärmer ist. Es sind die Lachmöwen die dafür gesorgt haben. Das Venn beheimatet mit ca. 20 000 Möwen, einer der größten Binnenansiedlungen Europas dieser Art. Durch den Kot, den die Vögel hinterlassen, wird das Wasser mit Nährstoffen angereichert. Das flache Wasser erwärmt sich sehr schnell, so wird das Wachstum von Kleinstlebewesen, wie Schnecken, Muscheln und Krebse schnell voran getrieben. Diese Tierchen sind Nahrungsgrundlage für die Flamingos. Sie werden mit ihrem Schnabel von Grund des Sees ausgefiltert. Die Flamingos bleiben bis Ende Juli im Venn. Jetzt sind die Jungvögel soweit, dass sie die Reise in ihr Winterquatier antreten können. Nun mag man glauben, das es die Exoten in den warmen Süden Europas oder Afrika zieht. Falsch, die Vögel zieht es weiter in den Norden und zwar an die niederländische Nordseeküste. Sie kommen mit der Kälte gut zurecht, sie können auch mit einigen Minusgraden gut leben. Es ist die fehlende Nahrung, die bei geschlossenen Eisdecken im Venn nicht zu finden ist. Deshalb zieht es sie über die Rastgebiete Ijssel und Veluwemeer,  zum Rhein-Maas-Delta an das Volkerakmeer. Hier finden sie auch im Winter ausreichend Nahrung, bis sie  dann im März wieder in ihre westfälische Heimat, dem Zwillbrocker Venn kommen. In meinem nächsten Beitrag, gibt es  nur noch Flamingos pur,  Fotos die ich in den Tagen im Venn machen konnte.

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