De Petten

Meine heutige Fototour führt mich in ein Teich und Feuchtwiesengebiet, zwischen Petten und Schoorl im Norden von Holland.

Durch bekannte Vogelbeobachter wußte ich, dass sich an diesem künstlich angelegten Feuchtgebiet seit meinem letzten Besuch einiges verändert hat. Es war nicht nur der erweiterte Teichausbau und die neue Beobachtungshütte, die das Gesamtbild verändert haben.

Dies ist ein Foto von einer Teilansicht des gesamten Schutzgebiet „De Petten “ es ist aber das Gebiet, in dem sich die Brandseeschwalben aufhalten. Die Brutkolonie umfasst mittlerweile ca 200 Brutvögel.

Die neu erstellte Schutzhütte, sie wird wohl nicht zu oft besucht. Mein Weg führte durch hohe Kamillepflanzen die prächtig blüten.

Dieses Foto zeigt im Hintergrund das große Feuchtwiesengebiet. Es ist als Ruhezone und Rückzugsgebiet angelegt worden und für Besucher nicht zugänglich.

Einst war das gesamte Feuchtgebiet ein artenreiches Arial, das sich jetzt etwas verändert hat. Die Limikolen haben sich mehr in den hinteren Bereich zurückgezogen , während der vordere Teil von Brand und Flußseeschwalben besiedelt ist. Im nördlichen Teil, der etwas zwei drittel der Gesamtfläche ausmacht, siedeln etwa 200 Paare Brandseeschwalben . Es ist neben dem Brutgebiet auf Texel (Utopia) die zweite Ansiedlung dieser sonst so seltenen Seeschwalbenart in den Niederlande. Bekannt sind noch europäische Brutgebiete an der englischen Küste bei Nordfolk, in der Normandie (Resérve Naturell de I Estuaire de la Seine) und im Süden Portugals. In Deutschland ist die Brandseeschwalbe als Brutvogel ausgestorben und wird als solches auf der roten Liste geführt.

Im Vorfeld dieser Tour wußte ich schon, dass ich heute vor einer fotografischen Herausforderung gestellt würde. Ich hatte die Absicht, diese schnellen und wendigen Vögel bei der Futtersuche zu fotografieren. Eigendlich sind solche Beobachtungen sehr schwer zu machen, da die Vögel meistens aufs Meer hinaus fliegen oder bei Ebbe im flachen Wasser des Wattenmeer nach Beute tauchen . Damit sind sie in den meisten Fällen, selbst mit den größten Brennweiten nicht zu erreichen. Im Schutzgebiet „De Petten“ hat man um die Brutinseln eine Wasser angelegt, das mit einem guten Weißfischbestand besetzt ist . Durch die Zuflüsse kommt immer wieder neuer Fischbestand in dieses Gewässer.

Die Brandseeschwalbe hat sich wohl gut an Rotfedern und Rotaugen als Futterfisch gewöhnt, statt im Meer nach Sandaalen zu tauchen. Das Fischen ist für sie dadurch aber nicht einfacher geworden, es sind Futterneider in direkter Nähe, die ihr das Leben schwer macht. Fliegt eine Schwalbe auf Futtersuche, wird sie dabei meistens von mehreren Vögeln begleitet. Sobald die Brand-seeschwalbe abtaucht, wir sie von ihren Begleitert attakiert , man versucht ihr die Beute zu entreißen. Die Vögel haben mittlerweile eine Taktik entwickelt um ihre Beute zu retten . Gleich nach dem Fang schlucken sie den erbeuteten Fisch, um ihn später bei den Nestlingen wieder auszuwürgen. Diese Art des Fischfang habe ich schon häufig bei anderen Vögeln, wie zB. beim Kromoran beobachten können aber nie bei Seeschwalben. Ich konnte sie sonst immer nur mit einem Fisch im Schnabel, auf dem Rückflug zu den Nestlingen beobachten.

Noch hat diese Brandseeschwalbe ihr Beute nicht bis zu ihren Nestlingen gebracht. Es ist ein stetiger Kampf ums Futter, den ich hier im Schutzgebiet von „De Petten“ beobachten durfte.

Im südlichen Teil des Naturschutzgebiet hat sich die Flußseeschwalbe angesiedelt. Hier handelt es sich aber um einen kleineren Trupp von etwa 50 Brutpaaren . Dieser Vogel ist im gegensatz nur Brandseeschwalbe weit verbreitet, ihre Bestände sind nicht bedroht.

Auch in diesem Teil des Schutzgebietes, ist der Kampf um das begehrte Futter zu beobachten. Im Gegensatz zur Brandseeschwalbe ist die Flußseeschwalbe sehr störempfindlich, schon bei der kleinsten Störung fliegt der gesamte Schwarm auf.

Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Der Knutt.

Der Knutt ist der Langstreckenflieger unter den Zugvögeln. Der etwa drosselgroße Watvogel legt zwischen seinen Brut und Überwinterungs-gebieten eine Strecke zurück die je nach Brutgebiet bis zu 5000 km betragen kann. Die Nordseeküsten von Dänemark, Holland und Deutschland sind für den Vogel nur Zwischenstationen auf seiner langen Reise. Hier ist er nur für wenige Wochen zu sehen, wobei er an der Ostsee nicht zu beobachten ist. Bei diesem Aufenthalt legt sich der Vogel mit nährstoffreicher Nahrung Fettreserven an. Er verdoppelt in dieser Zeit sein Körpergewicht von ca. 150 Gramm nahezu. Diese Kraftreserven verbraucht der kleine Vielflieger auf seinem langen Flug wieder komplett. Er zählt zu den Limikolen aus der Familie der Schnepfenvögel. Seine Brutgebiete hat er in der Tundra von Grönland, Sibirien, Alaska und Nordkanada. Den Winter verbringt der Knutt im Südwesten von Afrika.

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Ausgangspunkt für gute Beobachtungen:  https://goo.gl/maps/ug3nazZTmCB2

(Quelle für den Link Google Maps)