Vor einem Jahr ( 4)

Der König der Lüfte

Wie schon in meinem ersten Beitrag geschrieben, stand die Beobachtung von Seeadlern ganz oben auf unserer Wunschliste dieser Tour. Nur zwischen Wunsch und Tatsächlichem, klafft meistens eine große Lücke auseinander. Ich wußte zumindest, dass es im Geltinger Birk Ansiedlungen dieses großen Greifer gab . Vor unserer Anreise, wurde in Beobach-tungslisten von jüngste Sichtunge dieser Vögel geschrieben. Wir hatten Glück, schon auf den ersten Metern unserer Wanderung durch das Birk, konnten wir in einiger Entfernung unsere Wunschbeobachtung hören und auch sehen. Zugern hätte ich den Seeadler einmal am Boden fotografiert. Wie schon so oft zuvor, mußte ich solche Bilder als Wunschdenken abharken. Dafür hatte ich das Glück , sie bei gutem Licht ohne große Hindernisse am blauen Himmel zu fotografieren . Häufig drehen sie auch ab und entfernen sich, hier taten sie mir den Gefallen und kamen auf mich zugeflogen.

Die kleine Flußseeschwalbe läßt sich nicht von dem großen Greifer beeindrucken und vertreibt ihn aus ihrem Revier.

Er hat mich genau im Sichtfeld seiner scharfen Augen .

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Vor einem Jahr (3)

Im Reich der Kormorane

Wer ist 5LE ? Ob ich eine Antwort auf diese Frage erhalten werde, kann ich euch noch nicht sagen. Immerhin liegt meine Beobachtung schon ein Jahr zurück. Ich habe die Ringnummer mit dem Beobachtungsort der Berin-gungszentrale trotzdem noch gemeldet. Vielleicht ist den Wissen-schaftlern meine zusätzliche Information ja wichtig und ich bekomme eine Rückmeldung. Der Nestling, der einst von ihnen beringt wurde hat zwisch-enzeitlich eine eigene Familie gegründet und erfolgreich Nachwuchs aufgezogen. Ich habe schon häufig Vögel mit Beringungen fotografiert, darunter war nie ein Kormoran. Selbst in großen Ansiedlungen, konnte ich keine Vögel mit solch einem Ring entdecken. Im Geltinger Birk gab es auch solch eine große Ansiedlung, die zugleich auch Brutrevier für Kormorane war. Diese Reviere sind schon von weitem zu erkennen, meistens sind es kahle Bäume die von Kot übersäte sind.

In solch einem Brutgebiet herrscht ein hektisches Treiben, es ist ein Kommen und Gehen.

Die Elternvögel tragen eine Futtergabe nach der Anderen, in das Nest ihren hungeringen Küken. Schon von weitem erkennen sie ihre Eltern und reißen ihr Schnäbel weit auf. Es ist ein unüberhörbares Schauspiel, was sich in den Bäumen abspielt. Ruhe gibt es in den Brutrevieren nur am Abend . Jetzt bekommen die Eltern auch eine verdiente Paus, und haben Zeit für ein erfrischendes Bad.

Auf der Suche nach dem Brutgebiet im Geltinger Birk, brauchte ich nur auf mein Gehör vertauen, das hat mich mitten in das Revier geführt .

Den Vögeln bei der Fütterung zuzusehen, hat mir besonders große Freude bereite. Auch allein deshalb, weil ich hier meinen Meldevogel 5 LE entdeckt habe.

In den Abendstunden füllte sich das Revier noch einmal um einige Kormorane, es waren wohl unverpaarte Vögel, die hier in der Nähe ihre Schlafplätze hatten.

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Vor einem Jahr (2)

Auf der Suche nach den Koniks

Wie fast immer vor unseren Reisen, informiere ich mich über die NSG die wir besuchen wollen sehr genau . So gab es in meinem Notizbuch einen Eintrag, der Seeadler und Konik hieß. Bei dieser Tour stand die Beob-achtung der Kleinpferde, die aus Osteuropa stammen auf unserem Tagesprogramm. ( “ Konik“ polnisch kleines Pferd). In einigen NSG werden diese sehr robusten Pferde, als Landschaftspfleger eingesetzt. Sie bleiben ganzjährig im Freien und sind sich zum größten Teil selbst überlassen. Der Ranger des NSG sagte mir, dass sie sich häufig im Bereich der alten Windmühle aufhalten. Taten sie bei unserem Besuch aber leider nicht . Dort konnten wir statt dessen, Gallowy Rinder beobachten . Diese schottischen Hochlandrinder schienen sie hier im Geltinger Birk sehr wohl zu fühlen.

Unser heutiges Ziel war aber die Beobachtung von Pferden, also machten wir uns auf dem Weg . Es gab da nur ein kleines Problem, das ich bei der Info wohl übersehen habe. An diesem Tag waren wir mit den Rädern unterwegs, da wir ja die erste Strecke bis zur Mühle schon abwandert waren. Nur die Räder waren uns an diesem Tag nicht von großem Nutzen. Der inner Bereich des NSG darf nicht mit Räder befahren werden. Es ging also auf Schustersrappen weiter. Was sich bei meiner Kameraausrüstung, die in den Gepäcktaschen der Räder verstaut war, als recht schwierig erwies. Wir entschieden uns für einen der vielen markierten Wege, der sich als nicht schlecht erwiesen hat. Es gab sehr viele Singvögel und einige Greifvögel, die wir auf dieser Route entdecken konnten . Auch Seeadler aber dazu später in einem weitern Beitrag mehr. Nur leider gab es keine Korniks zusehen.

Wir haben schon mit dem Gedanken gespielt, die Tour abzubrechen. Die Last der Kameraausrüstung ist uns immer schwerer gefallen . Wir wollte diese Stecke wiederholen, dann aber mit kleinerem Gepäck. Auf einer Lichtung bei einem kleinen See, konnte ich dann doch noch durch das Fernglas eine Gruppe von Pferde ausmachen. Da die Gruppe doch recht weit von unserem Standpunkt entfern war , habe ich die Kamera mit großem Objektiv auf ein Stativ montiert. Das Schleppen hatte sich gelohnt, ich konnte einige Fotos der Koniks machen.

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