Schutzsuchende.

Die ganze Nacht hatte es gestürmt. Der Regen trommelte auf das  Dach unseres Wohnmobils . Nach dem örtlichen Wetterbericht waren Windstärke um 110/km vorhergesagt. An Fototouren war also nicht zu denken. Mich zog es trotzdem an den Strand. Ich kann ja nicht den ganzen Tag im WOMO sitzen. So warf ich mir meinen Militärponcho über und nahm eine kleine Kamera mit. An großes Gerät war nicht zu denken, dass hätte mich umgeblasen. So ausgerüstet ging es zum Strand. Bis auf zwei Kitesurfer war weit und breit kein Mensch zu sehen, die waren wohl genau so durchgeknallt wie ich. Der Wind war schon recht heftig. Hohe Wellen klatschten immer wieder mit voller Kraft gegen den Deich.

Doch dann machte ich eine Beobachtung die meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Hinter Steinen und in Mulden des Deiches saßen eine Vielzahl von Vögeln. Sie hatten ihren Kopf unter die Flügel gesteckt, standen so auf einem Bein und pendelten geschickt jede heftige Windboe aus. Es waren Steinwälzer und Meerstrandläufer, die hier  Schutz vor dem schlechten Wetter suchten.

Venn ,Venn und noch mal Venn.

Das größte dieser vielen Moore im deutsch, niederländischen Grenzgebiet, ist das Haaksberger Venn. Ein Paradies für Libellen und Pflanzenliebhaber.  Freunde von Schlangen, werden hier auch ihre Freude haben.  Zur Zeit  „Der blauen Frösche“,  ist es für mich immer am interssantesten. In den vielen Teichen und Tümpeln, wimmelt es  von diesen kleinen Quakern. Mit dem  Schlupf der ersten Libellen, erscheint ein besondere Jäger . Der Baumfalke, ein exelenter Flieger. Der mit seinen rasanten Flugmanövern den Libellen nachjagt.  Wer das 600 ha große Moor besuchen möchte, sollte  Zeit mitbringen. Denn diese einmalige Natur, ist selbst mit dem Fahrrad nicht an einem Tag zu schaffen. Zumindest dann nicht, wenn man etwas sehen und erleben möchte. Gut geführte Wanderwege, leiten auf unterschiedlichen Routen durch das riesige Areal.

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Um  die Gesamtheit von Flora und Fauna  zu beschreiben, ist solch ein Bericht nicht ausreichend. Deshalb empfehle ich auch, ein Besuch dieser einmaligen Natur . Mit dem Fahrrad ist dieses Moor , von dem schon beschriebenen Stellplatz gut zu erreichen. Wer das Münsterland kennt, sollte vielleicht auch  die Vorliebe seiner Bewohner zum Radeln kennen. Überall in der Region, trifft man auf gut ausgebaute Fahrradweg. (Flamingo Route) Durch reizvolle Landschaft, abgelegen von Hauptstraßen, führt ein Radweg vom deutschen Zwillbrock, zum holländischen Haaksberger Venn. Auf der ganzen Strecke gibt es  schöne Stellen, um mal eine Pause einzulegen. Hier kann man sich auf einer Sitzgruppe ausruhen,ein Picknick machen und die schöne Natur  genießen. Mit  diesem Beitrag verlasse ich nun  die Moore,  im deutsch niederländischem Gerenzgebiet.

                                     Stellplätez siehe Zwillbrocker Venn.

 

Das Ellewicker Feld.

Nur wenige Minuten vom Zwillbrocker Venn, liegt das Ellewicker Feld. Ein Feuchtwiesengebiet mit sehr vielen Beobachtungsmöglichkeiten . Es ist hier viel ruhiger, hat bedeutend  weniger Besuchern als das nahe Venn. Dieses sehr schöne NSG, wird  häufig nur von Leuten mit Ortskenntnissen besucht. Man bleibt einfach mit seinem Fahrzeug am Wegrand stehen,  kann so aus dem Schutz des Autos die Vögel beobachten . So hat man zu beiden Seiten des Weges, Wiesengebiete vor sich liegen. Ich persönlich bevorzuge das Fahrrad, kann so genau  sehen was sich in und hinter den Hecken aufhält.

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Den Weg zum Aussichtsturm kann ich nur empfehlen. Hier sind es  nicht die Dinge, die es in der Ferne zu sehen gibt. Gleich unterhalb des Turmes liegt dichtes Buschwerk ,das häufig  viele Singvögel beherbergt . Ab dem Frühjahr ist das Ellewicker Feld voller Leben.Viel Arten von Gänse und Enten sind dann hier zu beobachten. Ein häufig zu sehender Vogel, ist der Große Brachvogel, der  schon von weitem zu hören ist. Uferschnepfen,Rot und Grünschenkel aber auch die seltene Wasserralle haben hier ihr Zuhause. Nicht selten, ist der Flamingo aus dem nahen Venn hier auch zu Gast .  Besuche von Zwillbrocker Venn und Ellewicker Feld lassen sich gut mit einem Besuch verbinden.

Stellplatz und Unterkünfte wie Zwillbrocker Venn.

 

Exoten aus dem Münsterland.

Bei den Zwillbrocker Flamingos dürfte es sich mit aller größter Wahrscheinlichkeit, um Zooflüchtlinge oder Vögel aus Privatzuchten handeln. Es gibt drei verschiedene Arten dieser Vögel, die es hier zu beobachten gibt.  Die stärkste Gruppe unter ihnen, ist der Chilenenflamingo. Dazu kommen die europäischen Flamingos, deren normale Heimat in Südspanien oder auch Südfrankreich ist. Unter den Exoten die hier leben, befindet sich auch ein aus der Karibik stammender roter Flamingo. Inzwischen gibt es unter den Flamingos auch echte Münsterländer, die an ihrer Beringung gut zu erkennen sind.

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Das Zwillbrocker Venn.

Ganz im Westen von Nordrhein – Westfalen, nahe der Stadt Vreden, liegt das Zwillbrocker Venn. Es befindet sich zum Teil, genau auf der Grenze zu Holland. Was ist denn ein Venn? Es ist nichts anders als der Sammelbegriff für Moor, oder auch allgemein für morastige sumpfige Bereiche. Das Zwillbrocker Venn ist ein Gebiet aus Moor,Wald, Feuchtwiesen und Flachwasserflächen. Schon 1938 wurde das Moor unter Schutz gestellt und zum NSG erklärt. Das gesammte Areal ist 176 ha groß und es zählt wohl zu den meist besuchtesten  Moore in Deutschland. Bekannt wurde das Moor, durch viele TV und Zeitungsberichte.  Dieses NSG, beheimatet die nördlichste Ansiedlung von freilebenden Flamingos weltweit. Die mehr als  40 Vögel, haben sich dieses Giebt zu ihrem Lebensraum gemacht und leben hier schon in der zweiten Brutgeneration.

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Warum aber ausgerechnet hier? Die Flachgewässer beheimaten eine Vielzahl von Kleinkrebse, Einzeller und Kleinmuscheln, die von den Vögeln mit ihrem löffelartigen Schnabel aus dem Wasser gefiltert werden. Für diese Nahrungsgrundlage sind die ca.16000 Lachmöwen verantwortlich. Die durch das Einbringen von Kot, das Wachstum dieser Kleinsttiere fördern. Sie bilden hier Deutschlands größte Binnenansiedlung dieser Möwenart. Die Flamingos sind von März bis Juli im Zwillbrocker Venn zu beobachten. Die in dieser Zeit hier auch brüten. Auf einem kegelförmigen Lehmhügel, legt der Flamingo stets nur ein Ei. Die Balz der Vögel beginnt schon im März. Den Winter verbringen die Vögel am holländischem Ijsselmeer,wo sie dann besser Nahrungsgrundlagen vorfinden.

Weiter geht es dann im nächsten Berich mit den Flamingos.

Stellplatz: https://goo.gl/maps/ygasyP6Ga8z . Der Platz befindet sich hinter dem Hotel „Möwenparadies“. Das Hotel bietet auch Ferienwohnungen, in einem Blockhaus an. Der beigefügte Link  zeigt ein Foto davon. Es sind von hier aus, nur wenige Minuten Fussweg zum Venn.

Die Störche von Rühstädt.

Zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten haben wir Rühstädt schon besucht. Es zeigt sich uns immer wieder ein anderes Bild. Oftmals sitzen wir nur am Wohnmobil und können die Störche in den nahen Wiesen beobachten. Wir haben es schon erlebt, das mehr als 50 Vögel dort nach Futter suchen.

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Sehr häufig fliegen sie über uns hinweg und haben Baumaterial für den Ausbau ihres Horstes im Schnabel. Ein reges Treiben beginnt dann, wenn die ersten Jungvögel da sind. Ununterbrochen bringen sie für ihre hungrigen Zöglinge Futter zum Nest. Für mich aber immer wieder ein schönes Bild, wenn die Jungstörche im Horst stehen und ihre ersten Flugübungen ausprobieren.

Ein idyllisches Dorf an der Elbe.

Die Wintermonate sind für mich die Zeit, wo Reisepläne fürs nächste Jahr geschmiedet werden. Dabei achte ich immer wieder darauf, Gebiete auszusuchen, die wir noch nicht kennen. Dort wo es etwas Neues für uns zu erkunden gibt. Trotz allem taucht immer wieder ein Ort in unserer Planung auf, der nicht fehlen darf. Rühstädt. Das kleine brandenburgische Dorf am Ufer der Elbe. Mit seinen etwa 250 Einwohnern liegt es ruhig und fast schon romantisch da. Das Schloss mit dem Schlosspark und dem alten Wasserturm runden das Gesamtbild noch ab.

Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken.

                                                Ein Rundgang durch das Dorf

Im Frühjahr ist es mit der Stille dann vorbei. Ins Dorf ziehen Besucher ein, die für jede Menge Aufregung sorgen. Die Störche kommen, heißt es dann in Rühstädt. 40 Storchenhorste werden von nun an von den Weißstörchen belegt. Die Einwohner des Dorfes sorgen in den Wintermonaten dafür, das Meister Adebar bei seiner Rückkehr ein sauberes und intaktes Nest vorfindet. Überall im Dorf klappert es. Es beginn ein Treiben wie man es kaum woanders beobachten kann. Jetzt erwacht dieses kleine idyllische Dorf aus seinem Winterschlaf. Es kommen aus allen Ecken Deutschlands und aus dem Ausland Besucher nach Rühstädt, um die vielen Störche zu bestaunen. Dieses kleine Dorf an der Elbe, lebt von und mit dem Storch.

Wohnmobilstellplatz : N52°55´04″ E11°52´13″

Im nächste Beitrag gibt es dann die Störche von Rühstädt.