Auf nach Veerer

Es war trocken, der Himmel zeigte wieder etwas von seinem freundlichen Blau. Dieses Wetter mußten wir unbedingt für eine Radtour ausnutzen. Wir machten die Tour,  die schon seit Tagen geplant war. Eine Rundfahrt von etwas 45km, die wir immer wieder mit Zwischenstopps unterbrechen wollten. Der Routenführer sagte uns, dass es unterwegs viel zu sehen gab.  Es ging nach Veere, eine alte Hafenstadt am Veerse Meer. Fern ab vom üblichen Strassenverkehr, führte uns ein Radweg durch einmalige Natur-landschaften. Vorbei an alte Schlösser, wundersame Wälder und Dünenlandschaften. Eine Etappe unserer Tour führt zum Oostschelde Sperrwerk , das größte bekannte Deltasperrwerk. Dort wo Rhein und Maas zu einem Delta werden und ins Meer fließen, schütz dieses gigantische Bauwekt vor Hochwasser und Sturmfluten.

                                            Bilder von der Wegstrecke

 

Am Ortseingang wurden wir von einer der typischen holländischen  Windmühle begrüßte. Vom Fahrradparkplatz gings es über eine malerische Holzbrücke wie man sie häufig im Land findet, in die alte Handelsstadt. Im Mittelalter war Veere eine der größten Handelsstädte  der Niederlande . Der Hafen war ein großer Umschlagplatz für schottische Wollen, die  von hieraus  nach ganz Europa ging. Schottische Kaufleute die in der Stadt wohnten, prägten das gesamte Stadtbild mit ihren Wohnhäusern in schottischer Bauart. Heute noch ist  deutlich  der Einfluss aus dieser Zeit zu erkennen. Handel und Warenumschlag brachte der Stadt  Wohlstand und Ansehen.  Das Rathaus, die Kirche und viele Kaufmannshäuser  sind prunkvolle Zeugen aus dieser Zeit. Malerische Gassen, Geschäfte und Lokale landen zum Verweilen ein. Wer einmal in diese Region kommt, sollte Veere unbedingt besuchen.

                          Stadtansichen einer alten Handelsstadt

Es gab doch noch eine Sonne!!!

Es war  dunkel in unserem WoMo, alle Fenster waren noch zugezogen. Bis mich meine Frau anstupste und fragte, „hörst du was „????  Ein aus dem Halbschlaf, langezogenes  „neeeee“ war meine Antwort. Erst nach einer Weile und nicht mehr ganz so schlaftrunkend, hatte ich ihre Frage begriffen.  Nein ich hörte nichts, bzw ich hörte nichts mehr. Der Regen, der vier Tage lang unverdrossen auf unser Dach eingetrommelt hat, war verklun-gen. Der  starke Sturm der unser Fahrzeug beägstigend durchgerüttel hatte, so dass wir machmal  glauten der schmeißt das Ding  um, war abgeflaut. Ein erster Blick durchs offene Fester brachte  großes Staunen und neue Hoffnung mit sich . Die Sonne von der wir schon  glauten sie sei kaputt, zeigte sich an diesem Morgen mit ersten Strahlen am Horrizont. Raus aus den Federn, die Weltuntergangsstimmung hatte ein Ende . Gummistiefel an und nach draußen, das mußte  fotografiert werden. Gummistiefel waren inzwischen zur Pflicht geworden, denn unsere Campingwiese hatte sich in eine matschige Seenlandschaft verwandelt. Der Bauer hat im Laufe des Tages, mit seinem Traktor, unser WoMo auf eine trockene Stellfläche gezogen . Allein wäre ich aus diesem Morast nicht mehr raussgekommen. Die nächsten Tage verliefen dann auch recht freundlich und wir konnten einiges unternehmen. Dazu mehr in meinen nächsten Beiträgen.

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Woher stammen und wohin fliegen sie.

Eine Frage die nicht nur mich, sondern auch die Wissenschschaft seit vielen Jahren beschäftigt. Über die Bedeutung von Beringungen und dessen Nutzen, habe ich in einem früheren Beitrag bereits geschrieben.  Wenn ich große Vogelgruppen entdecke, geht mein Griff gleich zum Fernglas. Die Chance in solch großen Ansammlungen, Vögel mit Ringen oder auch Hals- krausen zu entdecken, ist dort deutlich größer. Ein besonders guter Ort für solche Ringfunde, ist der Deich von Westkapelle. Viele Möwenarten, Aust-ernfischer, Limikolen und Seeschwalben mit Ringen, habe ich auf dem Deich schon beobachten können.  Dort traf ich auch meinen alten Facebook Freund Joop, der unweit des Deiches sein Zuhause hat. Wenigstens zwei mal in der Woche, zieht es Joop auf den Deich. Das Beobachten von Möwen und das Suchen nach Ringen, ist seine großen Leidenschaft. Ein Hobby das eine gewisse Erfahrung braucht, denn das Bestimmen von Möwen ist nicht einfach. Im Gegensatz zu andern Vogelarten, tragen diese Vögel je nach Alter, ein andere Federkleider . So kann ein und die gleiche Möwenart, fünf und noch mehr verschiedene Federkleider tragen. Ihr Aussehen ist dadurch immer wieder ganz anders und schwieriger zu bestimmen . Joop nutzt eine App (BirdRing), um seine Ringfunde zu melden . Meine Ringmeldungen schicke ich an eine der drei deutschen Beringungszentralen.(Helgoland,Hiddensee oder Radolfzell ). Oft dauert es sehr lange bis ich eine Rückmeldung des Fundes bekomme, häufig bekomme ich auch gar keine Antwort. Anders ist es bei Joop, er tippt seinen neuen Fund  gleich vor Ort in die App ein. Via GPS ist gleich der Fundort zu erkennen, unmittelbar bekommt er eine Meldung, (wenn es von anderen Beobachtern schon einen Eintrag gab) wann und wo der Vogel beringt wurde und er zeigt sein Bewe-gungeprofil an. Ich habe mir diese App auch gleich auf mein Handy geladen. So ist für mich die Artenbestimmung von Möwen viel einfacher geworden. An Hand der Ringnummer sehe ich gleich um welche Art es sich handelt. (Wenn es schon einen Eintrag für diese Möwe gibt) Wer sich  für diese App interesseirt, kann am Ende des Beitrags sehen, wo man sie findet. Es sind dort viele  Vogelarten zu finde , die man in diese App einpflegen kann.  Jopp betreibt selbst auch einen Blog, zum Thema Naturbeobachtungen. Er wird sich sicherlich darüber freuen, wenn ihr seine Seite besucht und ein Kom-mentar hinterlasst würdet. Den Link für Joops Blog findet ihr am Ende meines Beitrags.

                  An diese Stelle noch mal ein Dank an Joop für seine Hilfe.

                                                        Ringfunde  Möwen

                                                     Ringfunde Austernfischer

Die Daten zu den Austernfischer fehlen mir noch, ich werde sie nachtragen sobald ich sie habe.

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Hier der Blog von Joop: draverblog.wordpress.com (makieren und anklicken)

App für die Beringungen, findet ihr im  Playstore unter „BirdRing„.

Mortimer der Unfreundliche

 

Nils hatte schon reichlich Sturm in seinem Gepäck, zeigte hier und da aber mal ein freundliches Blau am Himmel. Da war Mortimer ein weiters Sturm- tief das vom Nordweste heranzog, von einem ganz anderem  Kaliber. Ein Tief von einer ganz besonders unangenehmen Art, dagegen war Nils ein laues Lüftchen. Er brachte nicht nur einige km/h mehr Windgeschwin-digkeiten  mit sich, er hatte auch jede Menge Regen im Schlepptau. Für mich aber kein Grund im WoMo zu bleiben und auf Besserung zu warten. Ich nutzte jede Regenlücke um Fotos zu machen, wenn ich trotz Regen-kleidung häufig auch  recht nass geworden bin. Das Wasser lief am Kragen rein und kam an den Hosenbeinen wieder raus. Wir hatten oft Probleme, dass nasse Zeug im WoMo wieder trocken zu bekommen. Aber genau bei diesem Wetter gab es Motiv, die ich sehen und fotografieren wollte. Es waren bei dem  schlechte Licht  keine Fotos mit strahlenden Farben und besonderer Leuchtkraft zu erwarten. Es gab aber besondere  Beobachtungen die mich an den Strand lockten, es sind Sichtungen die man nicht täglich macht. Ich wollte sehen wie sich die Vögel bei diesem Wetter verhalten und wie sie dem starken Sturm gewachsen sind. Es gab da nur ein kleines Problem, wie fixiere ich die Kamera? Eines war von vorn herein klar,eine Kamera mit großem Objektiv  kam nicht in Frage. Also kam meine kleinere  Sony zum Einsatzt, die eh das lichtstärkere Objektiv hat. Ein Stativ konnte ich bei dem Wetter  nicht aufstellen und stehend frei aus der Hand foto-grafieren war nicht möglich, dass hätte mich gleich umgeblasen. Es gab nur eine Möglichkeit, ein Bohnensack war jetzt das geeignete Mittel und  dann flach auch auf den Boden gelegt. So war es mir  möglich, das Verhalten von Möwen, Knutt und Co zu fotografierten. Die interssantes Art dem Sturm zu trotzen, zeigten Steinwälzer und Meeresstrandläufer .  Sie versteckten sich hinter Steinen und stellten sich auf einem Bein. So konnten sie wie eine Wetterfahne jede Windböe ausgleichen. Möwen legten sich ganz flach in Mulden, so war oft nur ein weiße Federkugel von ihnen zu erkennen . Die Austerfischer bauten eine Art Wagenburg und verharrten so im Sturm. Ich konnte bei diesem Wetter recht nah an die Vögel heran kommen, sie ver- ließen wegen mir nicht ihren Schutzraum.  In meinem nächsten Beitrag seht ihr, dass auf Sturm und Regen auch Sonnenschein folgen kann .

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Nils sorgt für die ersten Motive

 

Nach einer langen Blogpause und nach Abschluss unserer großen  Touren, werde ich nun über das Gesehene und Erlebte der letzten Monate berichten.  Das Pferd werde ich dabei von hinten aufzäumen.  Was soviel heißt, dass ich mit unserer letzten und aktuellsten Reise beginnen werde. Wie fast immer im Herbst und zum Abschluss einer Reisesaison, zieht es uns noch einmal zur Nord oder Ostsee. Unser Zielort hieß dieses mal Westkapellen auf Zeeland, das an der südlichen Nordsee der Niederlande liegt. Diese Region haben wir schon häufig besucht und freuten uns auf Freunde, Deichhinter- land, Nordseeküste mit vielen Vögeln. Dieser Küstenbereich wird sehr gut von Wasservögeln besucht, so gibt es dort immer sehr viel zu beobachten.  Meinen erst Beitrag habe ich aber Sturmtief Nils zu verdanken, der uns gleich mit 8 Bft begrüßte.  Meterhohe Wellen klatschten an die Deiche und ließ die Wasserfluten nur so spritzen. Ideales Fotowetter, weil es dazu noch  blauen Himmel gab.  Genau solche Bedingung, locken Surfer und Leute die die rauhe Nordsee mögen jetzt an den Strand . Es wurde nur kurz das Womo abgestellt und schon ging es mit der Kamera zum Strand. Schiffe die sich durch die Wellen kämpfen, Surfer die sich vom Wind tragen lassen und Vögel die im Sturm segeln, sollten an diesem Tag meine Motive sein. Leider mußte ich schon gleich bei meiner ersten Fototour, einen kleinen Verlust verkraften. Der heftige Sturm riss mir doch meine Streulichtblende vom Objektiv. Ob sie nicht gut sass, keine Ahnung. Sie  fegte mit einem Affenzahn über den Strand in Richtung Dünen und war für immer weg.  Einen Verlust, den ich dank der schönen Motive schnell vergessen konnte . (Amazon hat auch schon Ersatz geliefert.) Das der Strum noch heftiger wurde und selbst für Sturmnöwen ungemütlich  war, zeige ich euch in meinem nächsten Beitrag.

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Alte Schiffe,Heringe und reedgedeckte Häuser. 3.Teil

                           Dort wo der Landarzt wohnt.

Heute möchte ich euch auf eine Fahrradtour mitnehmen. Wir haben herr- liches Wetter, ideal zum Radeln. Also steigt auf und begleitet mich. Der Weg führt durch landschaftliche Idylle, immer am Ufer der Schlei entlang. Auf unserer 50 km langen Tour, werden wir die alten Schleidörfer besuchen. Diese urigen Dörfen sind Drehorte für die ZDF TV Serie “ Der Landarzt “ . Viele dieser Orte tragen in ihrem Ortsnamen  eine Endung auf „bY“, was soviel heißt wie Hof oder Bauernhof . Wir starten unsere Tour in Kappeln, der erste Ort den wir durchfahren ist Gördesby, bevor wir nach Arnis kommen. Jetzt treffen wir schon auf einen Ort, der in der deutschen Geschichte etwas besonderes ist. Mit 280 Einwohner und eine Größe von nur 0,46 Quadratkilometer, ist Arnis die kleines Stadt Deutschlands. Sie wurde 1667 auf einer Schleiinsel gegründet und erhielt schon damals das Stadtrecht, das sie bist heute inne hat. Viele Häuser der Stadt stammen noch aus dieser Zeit, darunter auch die alte Schifferkirche. Der alte Hafen zeigt heute noch, dass in dieser Stadt in der Mehrzahl Fischer und Schiffer gelebt haben. Weiter geht es, immer an der Schlei entlang. Wir erreichen Lindau, hier im „Cafe Lindau“ hat der Landarzt in der TV Serie seine Praxis. Unser Weg führt uns aber über die alte Hebebrücke zum „Obsthof“. Es wird Zeit für eine kleine Pause . Das gute Wetter erlaubt es uns, eine der Sitzgruppen im Außenbereich des Hoflandens einzunehem. Hier genießen wir mit Blick auf die Schlei, ein riesiges Stück Kuchen aus eigener Hofherstellung. Gut gestärkt führt uns der Weg über Krieseby wohl zu einem der schönsten Orte an der Schlei. Wir kommen nach Sieseby, eine kleine Ansiedlung die zur Gemeinde Thumby gehört. Dieser Ort mit seinen 21 reedgedecketen Häuser, ist wohl einer der ältesten und beschaulichsten Dörfer an der Schlei. Die alte Dorfkirche gleich am Ortseingang, wird als Wehrkirche erstmalig 1267 urkundlich erwähnt. Am liebsten würden wir diesen Ort gar nicht mehr verlassen. Mit den traumhaften Gärten alle mit Blickrichtung Schlei, sind wir wohl im Paradies gelandet. Auf unserem weiteren Weg können wir immer wieder riesige Anwesen und  Gehöfte in Alleinlage bestaunen. Jahreszahlen an den Gebäuden, stammen häufig aus dem 13. Jahrhundert. Über Winnemark und Koppersby geht es nun wieder zurück nach Kappeln . Ich hoffe ihr hatte Spass an unserer Fahrradtour.

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Der Vogelknipser legt mal wieder eine kleine Schreibpause ein . Es geht wieder auf eine Tour, unser neues Ziel wird entlang der Donau führen. Wo es endet wird, wissen wir noch nicht so genau.

Alte Schiffe,Heringe und reedgedeckte Häuser 2. Teil

                                                       Kappeln

 

 

Wenn man über Kappeln schreibt oder spricht, kommt man schnell zum Thema Schlei und Hering. Selbst im Stadtwappen findet sich der Fisch wieder.  In alten Aufschreibungen kann man lesen, dass  schon im 15.Jahrhundert in Kappeln  dem Hering nachstellt wurde. Aus dieser Zeit stammt auch die  Art des Fischfangs, mit den Heringszäunen. Noch heute kann man diese Fangeinrichtungen im Hafenbereich von Kappeln sehen.  Der Hering war Ernährung und Einnahmequelle, wegen dessen auch Kriege geführt wurden. Noch heute bricht in der Stadt eine wahres Fieber aus, wenn es heißt „Der Hering kommt“ . Sobald die Wassertemperaturen der Ostsee steigen, was Mitte April bis Anfang Mai der Fall ist, steigt der Fisch zum Laichen in die Schlei auf. Dann ist in Kappeln der Ausnahmezustand angesagt. Angler aus ganz Deutschland stehen dann in Reihe und Glied am Ufer der Schlei und angeln auf Hering. Am Ende der Heringssaison feiern die Bürgen der Stadt ihre Heringswoche, ein Volksfest von überregionalen Bedeutung.  Bei diesem Fest wird dann auch  der jeweilige Heringskönig des Jahres erkoren . Wir sind ohne Wissen in dieses Getummel geraten und haben glücklicher Weise noch einen der wenigen Stellplätze gefunden. Der im Fischerhafen gelegene Platz, ist ein ideal Ausgangspunkt für einen Alt-stadtbummel oder eine Fahrradtouren entlang der Schlei. Dazu aben mehr in meinem dritten Teil . Ein Besuch von Kappeln kann ich nur empfehlen.

 

 

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Mein Stellplatztip: N54°40´2″-E9°56`14″ Ein Stellplatz mit direkt Blick auf die Schlei. Der Platz hat Strom V+E WC und Duschen.