Tierische Landschaftspfleger

Landschaftspfleger bei der Arbeit

Schon seit Urzeiten macht sich der Mensch das Tier für die Pflege seiner Wälder, Felder und Moore zum Nutzen. Er setzt Schafe, Ziegen und andere Tierenarten für diese wichtigen Pflegearbeiten ein. Waldbesitzer trieben Schweine in ihre Wälder,( Hutewälder) um dort Eicheln und Eckern zu fressen. Die Tiere sorgten gleichzeitig dafür, dass es zu keiner Verbuchung kam. Ungewollte Jungpflanzen, die sich durch Eicheln, Eckern und Pollen ausgesät haben, wurden von den Tieren abgefressen. Der Waldboden blieb frei von Keimlingen, der andere Baumbestand konnte so wachesen und sich zu prächtigen Bäumen entwickeln. So das Denken der Waldbesitzer. Die Schweine knabberten aber auch immer wieder die jungen Triebe von halbwüchsigen Eichen und Buchen ab, so wurden aus den Jungbäumen nach und nach gigantischen Bonsais. Diese Wälder bzw ihre Bäume sind heute einzigartig und stehen unter einem ganz besonderen Schutz. Die Hutewälder wurden zu Naturdenkmälern erklärt .

Riesige Bonsai entstanden durch Verbiss von Schweinen im Hutewald. Diese Buchen wären normlerweise mehr als ca.40m hoch, heute sind es kleinwüchsige Giganten was ihren Umfang und ihre Dichte abgeht

Solch ein Hutewald „Halloh“ ist in der nähe des Edersee beim Ort Albertshausen zu finden, er ist heute ein Naturdenkmal. Wer die Region einmal besucht, sollte sich diesen einzigartigen Wald einmal ansehen. Hier liefen schon einige Dreharbeiten für Kinofilme.

Heidelandschaften und Deiche unterliegen schon seit langer Zeit der Pflege von Schafen. Eine Deich und Heidepflege wäre ohne diese Tiere kaum noch möglich. Eine Heide würde es in der Form wie wir sie heute kennen nicht mehr geben .

Der Schäfer auf seiner Tour durch die Heide. Eine Abenteuer das ich vor einigen Jahren miterleben durfte. Eine Woche bei Tag und Nacht mit dem Schäfer und seiner Herde durchs Haaksberger Venn. Bei dieser Tour kam ich in Gebiete, die absteis der Wanderwege ligen und einem strengen Betretungsverbot unterliegen.

Bei dieser Herde handelte es sich um eine Mischherde, die nicht allein aus Schafen besteht. Es ist eine Mischung aus Ziegen und Schafen,wobei es sich bei den Ziegen noch um unterschiedliche Rassen gehandelt hat. Wie ich vom Schäfer gelernt habe, weiden solche Herden effektifer als reine Schafherden..

Deichpfleger

Deichpfleger bei der Arbeit, sie halten nicht nur das Gras kurz. Mit ihren Pfoten verdichten sie auch immer wiedere den Deich.

Heute ist man wieder zu dieser alte Form der Landschaftspflege zurückgekehrt und setzt in NSG Tiere zur Pflege der Landschaft ein . Häufig sind es schottische Hochlandrinder oder Heckrinder die bevorzug in solche Gebiete eingesetzt werden. Auch Wildpferde, Ziegen und Urschweine gehören zu den Landschaftspflegern.

Gleich auf mehrern Dünenabschnitten setzt man in der norholländischen Dünenlandschaft solche Tiere ein.

Diese Tiere scheinen sich auch hier sehr wohl zu fühlen.

Erster Nachwuchs scheint der Verantwortlich Recht zu geben, hier ein Kalb noch ohne Ohrmarke.

Die Longhorns fühlen sich hier sichtlich wohl.

Geduldig läßt sich der Hochländer von läßtigen Fliegen befreien

Anders als bei den Schafen auf Deichen oder in der Heide, werde diese Tier nicht besonders betreut oder gehen über Winter zurück in ihre Ställe. Diese Tiere sind sich völlig selbst überlassen. Sie leben von dem was die Landschaft an Schutz und Nahrung hergibt. Einzig bei den Rindern und Schafen muß aus gesetzlichen Gründen bei Neugeborenen eine Ohrmarke gesetzt werden . Ein Ranger den ich auf einer Tour traf sagte mir, dass man nur in sehr strengen Wintern etwas dazu füttern würde, das wäre auch alles was man für diese Tier tun müsse. Gern hätte ich auch Bildern von Heckrindern gezeigt, die sich in den Dünen von Petten aufhalten. Das ist mir trotz intensiver Suche nicht gelungen, einzig ihre Hinterlassenschaften waren ein Zeichen ihrer Anwesenheit. Es zeigt aber auch, welch ein rieseiges Arial diese Dünenlandschaft ist. Dafür konnte ich Wildpferde und Ziegen in den Dünen entdecken.

Koniks bei Grasen. Auch bei diesen Tieren soll es schoch Nachwusch in den Dünen gegeben habe, leider konnte ich auch die nicht finden.

Ein Trupp von 15 Ziegen hat in den Dünen von Nordholland auch ein Zuhause gefunden.

Die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern

46 Kommentare zu „Tierische Landschaftspfleger“

  1. Ich fand die „Drei“ so gut, dass ich gleich eine ganze Fotoserie davon gemacht habe. Ich glaube sie sind es wert, dass ich einen eigenen Post davon mache.😊

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  2. The home of the Koniks is in eastern Poland (Masuria). Severe winters and extreme heat are not uncommon here. The only problem was the shallow water holes in the dunes, which no longer had any water after the weeks of drought. But the rangers have now changed that.

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  3. Ich bin voller Hoffnung das wir im nächsten Jahr wieder reisen
    können.Du kannst mich gerne anschreiben wenn du nähre Infos
    brauchst .

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  4. Was hindert dich daran , wenn Corona dich läßt solltest du unbedingt dort einen Besuch machen. Ich kann nur sagen das es sich wirklich lohnt.
    LG Werner

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  5. Es sind Koniks, zu polnisch kleines Pferd und dort haben sie auch ihren Ursprung . Ihre Heimat ist das östliche Polen bzw Masuren . Häufig sind es Dokus aus den Wäldern Masurens die im TV zusehen sind. Durch diese Herkunft sind sie den westlichen Witterungsbedingungen sehr gut gewachsen .Kälte und Hitze macht den Tieren wenig aus , einzig die Trockenheit war problematisch, daher hat man tiefe Teiche in den Dünen angelegt die länger Wasser halten.
    Dir ein entspanntes Wochenend .
    Gruß Werner

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  6. Das ist ein ausgesprochen schöner und sehr interessanter Blogpost, lieber Werner! Herzlichen Dank fürs Teilen…
    Ich glaube, über die Wildpferdeherde gibt es eine TV-Doku, ich komm aber jetzt nicht drauf, wann und wo sie ausgestrahlt wurde.
    Herzliche Grüße!

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  7. Das ist z.Zt ein Trend der in vielen NSG so zu beobachten ist.
    Ich habe ein Gebiet in der Rhön besucht, dort hat man Urschweine
    als Landschaftspflegen eingesetz.Diese Urschweine sind die Urahnen
    des heutigen Hausschwein. Auch diese Tiere komme ohne menschliche
    Hilfe bei allen Wetterlagen klar.

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  8. Diese Drei habe ich eine weile fotografisch begleitet und eine ganze Fotoserie
    von ihnen gemacht.In der Formation habe ich zuvor noch nie solche Schafe gesehen.

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  9. Sehr schöne Aufnahmen und ein interessanter Bericht !
    Hier in der Petite Camargue werden ebenfalls Hochlandrinder, Schafe, Ziegen und kleinwüchsige Pferde zur Landschaftspflege eingesetzt.

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  10. Diese Schäfertour war für mich ein einmaliges Erlebnis, ich war von dem Erlebten begeistert . Meine Frau die in der Nähe des Venns diese eine Woche mit meiner Tochter plus Enkel auf einem Campingplatz verbracht hat war es weniger . Sie haben mich an einem verabredeten Treffpunkt mit dem WoMo abgeholt. Ihre Begrüßung nach einer Woche lautete nur, puh du stinkst nach Schaf, du braucht dringend eine Dusche. Gut eine Woche nur Katzenwäsche und immer die gleichen Klamotten hinterlässt eine gewisse Duftmarke. Egal für mich war es Erlebnis pur.
    Diese Hutewälder haben etwas Geheimnisvolles, alles wirkt so unwirklich und unheimlich. Durch das ungewohnt niedrige dichte Blattwerk ist es in solchen Wälder recht dunkel . Ich möchte diesen Wald nah des Edersee unbedingt noch einmal besuchen .
    Dir einen guten Wochenverlauf und bleib gesund .
    Liebe Grüße Werner.

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  11. Hach, Werner, das ist ja wieder ein Beitrag ganz nach meinem Herzen, ich finde die tierischen Landschaftspfleger alle so toll! Gleich dein Eingangsfoto hat mir schon so gut gefallen, alle „Hautfarben“ friedlich vereint beim gemeinsamen grasen, könnten wir uns mal ein Beispiel dran nehmen.
    Hutewälder waren für mich ein ganz neuer Begriff, das macht ja zusammen mit deinen herrlichen Bildern deinen Blog aus, daß man immer neues und wissenswertes erfährt und dazu lernt.
    Ich liebe Heidelandschaften, das war bestimmt großartig, da mal mit dem Schäfer und seiner Herde mitlaufen zu dürfen. Und dann noch eine gemischte Herde mit Ziegen dabei, klasse, mit beiden Landschaftspflegern dieser Art hab ich ja auch ein bissel meine Erfahrung durch meine damalige Bauernhofarbeitsstelle, wir hatten ja eine kleine Schafherde und Ziegen.
    Ich begrüße das auch, daß man wieder zur alten Landschaftspflege zurückkehrt, und schottische Hochlandrinder sind da ganz meins, ich liebe diese zotteligen Tiere! Das Kälbchen ist zum knuddeln!
    Danke für den wunderschönen Beitrag, ich wünsche dir noch einen schönen Abend und einen ebensolchen Sonntag, liebe Grüße
    Monika.

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  12. Hi Pit das mußt du mir bitte erklären, warum du kein Schaf halten kannst wenn du ausreichend Platz dafür hast.
    Auch dir ein entspanntes Wochenend.
    Gruß Werner.

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  13. Schafe und/oder Ziegen als „Landschaftspfleger“ wuerden mir das Rasenmaehen ersparen. Duerfen wir aber nicht halten.
    Liebe Gruesse und hab‘ ein feines Wochenende,
    Pit

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  14. It was not without reason that I chose this photo to open my contribution. It’s a photo that I like very much myself. I am pleased that you liked my contribution.
    Greetings Werner

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  15. Vielen Dank für dein Feeback. Es sind genau solche Kommentare, die dich immer wieder
    dazu bewegen neue Beiträge zu verfassen. Es freut mich sehr das es dir gefallen hat.
    LG Werner der Vogelknipser.

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  16. So ist es. Ein Naturgebiet was mich immer wieder aufs neue fasziniert. Ich war schon so häufig dort und immer wieder entdecke ich neue Eindrücke. Sollte es sich für dich einmal ergeben, gönne dir eine Wanderung durch ein Hutewald. Du fühlst dich in eine andere Welt versetz, du glaubst du bist ein Teil von den Helden aus “ Herr der Ringe“ Nicht ohne Grund haben die Filmemacher diese Regionen für sich entdeckt.
    Bleib gesund und gönne dir ein entspanntes Wochenende.
    LG Werner

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  17. Herrlich, Werner!!! Genau da würde ich jetzt auch gern wandern 🙂
    Liebe Grüße und danke für die schönen Fotos. Natur vom Feinsten!
    Gila

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  18. Die Niederländer sind europaweit führend was Natur und besonders Wasserpflege betrifft. Natürlich steckt dahinter auch ein triftiger Grund der sie dazu zwingt. Die Niederlande liegen größtenteils unterhalb des Meeresspiegel und würden ohne ihre Schutzmaßnahmen schlicht und einfach absaufen. Hier wird schon seit ewigen Zeiten um jeden Meter Land gekämpft . Ich werde in einem anderen Beitrag noch näher darauf eingehen, wobei es um Windmühlen geht. Ein typisches Bauwerk das man im ganzen Land finden kann, diese dienten besonders an der Küste zum Antrieb von Pumpen und Schöpfwerke die das Wasser in Poldern verteilt. Das Ganze Land besteht aus einem rieseigem Wassersystem.

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  19. Es freut mich das dir mein Beitrag gefallen hat. Mit der Ausbildung zum Schäfer ist einer recht schwierige
    Sache , es gibt kaum noch meisterliche Betriebe, die das können und dürfen. Ich weiß von eine zwei Betrieben die
    noch Schäfer ausbilden . Es ist ein Betrieb in der Diepholzer Moorniederung und einen in der Rhön , hier kann der
    Beruf des Schäfern auch noch erlernt werden . Diese Schäfer dürfen dann auch nach bestandener Prüfung ihren Grut tragen .
    Dieser ist auch auf einem Foto des Schäfern in meinem Beitrag zu sehen, echte Schäfer tragen ihn voller Stolz. Nun zu meiner Schäfertour, ich habe bei der
    Verwaltung des Nationalpark Haaksberger Venn einfach mal nachgefragt und war dann erst mal sehr erstaunt. Das Venn wird von deutschen Schäfern gepflegt, weil es in den Niederlanden kaum noch Wanderschäfer gibt. Die freundliche Mitarbeiterin der Nationalverwaltung, hat einen Kontakt zu einem deutschen Schäfer erstellt, der sofort zugestimmt hat. Es gibt in der Rhön solche Touren über eine Woche die offizell angeboten werden . Die sind auch etwas komfortabeler als meine Tour, hier bist du mit einem Schäferwage der von Eseln gezogen wird eine Woche on Tour. Ich habe im einem Bundeswehrschlafsack unter freiem Himmel geschlafen. Ein Erlebnis das man mal gemacht haben muß , vor allem für die Menschen die durch Beruf gestresst sind .
    LG und eine schönes Wochenende
    Werner

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  20. Ich finde das grossartig, dass Holland das in grösserem Stil durchführt! War es nicht auch ein Holländer, der bereits vor ca. 20 Jahren ein Haus entwarf, das fast ohne künstliche Energie auskommt?

    In den Rebildhügeln hier bei uns setzt man auch Schafe zur Landschaftspflege ein, und um den Økssø herum eine kleine Ziegenherde. Eine Herde Wildpferde war auch mal im Vildmose, aber ich glaube, die sind da nicht mehr. Leider konnten sie nicht frei herumlaufen, weil durch das Vildmose Strassen führen, und die Pferde können ja leicht über diese Tiergitter springen.

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  21. Ein toller Beitrag über unsere tierischen Landespfleger. Schade, dass es für Schäfer*innen zunehmend schwerer wird, ihrem Beruf nachzugehen.
    Eine Woche mit ihnen unterwegs zu sein, muss toll sein. Gab es da ein Angebot oder wie bist Du da rangekommen?

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  22. Vielen Dank liebe Hanne, es freut mich das mein Beitrag dir einen kleinen
    Einblick in die zeitgemäße und naturverbundene Landschatzspflege geben konnte.
    Eine Arbeit die maschinell in dieser Form nicht zu verrichten wäre .
    Auch ich wünsche dir ein schönes Wochenend,bleib gesund und pass auf die auf.
    Liebe Grüße Werner

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  23. Sehr schöne und aussagekräftige Bilder von diesen so wichtigen vierbeinigen Landschaftspflegern hast du hier für uns, lieber Werner und auch deine ausführlichen Infos dazu sind ganz klasse.
    Liebe Grüße von Hanne und hab ein schönes Wochenende. 🌞🍀

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