Der Tanz um die Gunst der Braut

In meinem heutigen Beitrag geht es um das Ritual der Balz . In meiner Fotoserien könnte ihr sehen, dass diese Liebesspiel je nach Vogelart sehr unterschiedlich sein kann. Am Neufelderkoog hatte ich die Möglichkeit, diese Zeremonie der Fortpflanzung bei verschiedenen Vogelarten  zu beobachten.  In diesem Beitrag zeige ich die Flußsseschwalbe und den Austernfischer. Wobei es nicht besonders  einfach war,die Flußsee- schwalben bei diesem Ritual zu fotografieren. Sie verlassen dazu ihre Kolonie, die wir eigentlich sehr gut einsehen konnten und gehen wie die Ornis sagen, auf den Tanzplatz . Ein abgelege Stelle in den Salzwiesen wo man sich zur Paarung trifft. Dort finden sie die Ruhe für ihr Liebesspiel. Es gibt kein Kommen und Gehen  anderen Seeschwalben, die zum Teil schon Küken haben. Hier ist jetzt ein hektisches Treiben, man ist damit beschäf-tigt die Nestlinge mit Futter zu versorgen.  Sie nenne diesen Platz deshalb so, weil  die Vögel mit abgespreizten Flügel um sich herum Tanzen und ihre Paarungsbereitschaft anzuzeigen . Dieses Paarungsritual kann mitunter Tage dauern, bis es zur eigentlichen Paarung kommt.  Meine Fotos zeigen ein und das gleiche Paar, aber an mehreren Tagen aufgenommen. Wir konnten die Beringung des Weibchen mit dem Spektiv ablesen, daher wußten wir, es ist immer das gleiche Paar. Leider liegt dieser Paarungsplatz weit draußen im Deichvorland der Elbe und war nur mit großen Brenn- weiten zu erreichen.  Die Fotos von diesem Ritual, sind auch nicht in der üblichen Bildqualität zustande gekommen. Wir  konnte froh sein, dass uns solche Fotos überhaupt gelungen sind, bei etwas wenig guten Sichver-hältnissen,  hätten wir von all dem nichts mitbekommen. Immer wieder verlangt das Weibchen neu Brautgeschenke, die sie häufig unter lautem Schreien ablehnt. Dem Männchen bleibt nicht anderes übrig, es mußte  einen neuen Fisch besorgen, wenn es zur Paarung kommen soll . Dieser Akt kann sich viele mal wiedeholen. Nie waren die Geschenke gut genug, beleidigt wendete sie sich ab und dreht  dem werbenden Vogel den Rücken zu. Oft verließ sie auch den Paarungsplatz  ganz,  flog in die Kolonie zurück und mischte sich unter die unverpaarten Vögel . Das gesamte Ritual  dauerte so lange, bis endlich der richtige Fisch für die Braut gefunden war.  Rustikaler geht es bei den Austerfischern zu . Hier umkreist das Männchen das Weibchen einmal sieht sie sich von allen Seiten an. Sie duckt sich daraufhin gleich ab und zeigt ihre Paarungsbereitschaft  an. Ich habe nicht auf die Uhr gesehen, aber ich glaube das Ganze hat keine Minute gedauert. Schlussendlich muß sie sich auch noch bei dem Paarungsakt, von ihrem Gatten mit dessen spitzen Schnabel in den Kopf picken lassen. Da geht es bei  Familie Flußseeschwalbe, gesitteter und liebevoller zu.

                                  Die Hochzeit der Flußseeschwalbe

                                            Die Hochzeit der Austerfischer

    Die Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

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31 Kommentare zu „Der Tanz um die Gunst der Braut“

  1. Wieder einmal mit viel Geduld sind solche Fotos entstanden . Aber da sag ich dir nichts Neues, dass kennst du ja aus eigener Erfahrung gut genug.

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  2. Schön, diese unterschiedlichen Paarungsrituale mal bildlich dokumentiert zu sehen. Schöne Serien, lieben Gruß Christel

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  3. Der werbende Vogel bei den Flußseeschwalben, muß schon einiges über sich ergehen lassen.
    Ironie, Spott und Hohn vewrmischt mit einer ganzen Menge Aroganz, sind ein häufiges Ritual
    bei der Balz . Mich freue es, wenn du deinen Spaß an den Fotos hattest.
    Vielen Dank für dein lobenden Kommentar
    Liebe Grüße
    Werner.

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  4. Die Fotos sind ein Produkt der intensiven Beobachtung und der guten Sichtbedingungen .
    Naturfotografie ist halt ein Mix aus Geduld und ganz viel Glück.
    LG Werner

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  5. Wie auch immer, beide Vogelarten betreiben eine gemeinsame Brutpflege.
    Bei den Austerfischer ist es sehr auffällig, dass sich der jeweilige
    Parten außer wenn er auf der Futtersuche ist, immer in der Nähe des
    Gelege aufhält. Wobei den Vogel der grad nicht brütet , bei den Flußsee-
    schwalben nicht in der Nähe des Geleges zu beobachten war. Die Schwalbe
    unternimmt zur Futtersuche auch weitere Flüge, die mitunter bis zur Nordsee
    führen. Mich freut es sehr, dass dir meine Fotoserie gefallen hat .
    Vielen Dank für dein Kommentar.
    Gruß Werner

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  6. Ich habe Deine Fotoserie sehr genossen!
    Schon interessant wie sich die Vögel untereinander verhalten. Ich denke, letztlich prüft die Vogeldame eben intensiv, ob der Zukünftige für die Aufzucht der Jungen geeignet ist? Warum das bei Austernfischer anders ausfällt hat sicher irgendeinen (evolutionsbiologischen) Grund…

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  7. Herzlichen Dank für die interessanten Informationen über das unterschiedliche Balzverhalten! Da geht es bei den Flußseeschwalben doch eher romantisch zu, bei den Austernfischern eher „sachlich“, lach! Ich mußte allerdings lachen über die häufige Ablehnung des Brautgeschenks bei den Flußseeschwalben, bissel zickig, die Damen, oder?
    Ganz tolle Aufnahmen sind dir da gelungen, echt klasse!
    Liebe Grüße
    Monika.

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  8. Das besonders interessante Deichvorland der Elbe und die nötige Zeit sind Garanten für solche Beobachtungen. Wenn dann noch Licht und etwas Glück dazu kommen , können solche Fotos entstehen .

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  9. Und doch sind es interessante Bilder Werner. Den Unterschied bei der Paarung hast du sehr schön beobachten können.👏🏽👏🏽

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  10. Durch die tagelange Beobachtung der Brutkolonie, sind mir natürlich einige Dinge aufgefallen und auch fotografiert worden , die einem bei einem Kurzbesuch nicht auffallen. Ich habe noch viele weitere Fotos in der Region gemacht , die werde ich in der Zeit posten, wenn es in der Natur etwas ruhiger wird.
    Liebe Grüße Werner

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  11. Sagenhafte Bilder! Und sicherlich selten. Von der Seeschwalbendame können wir Menschendamen noch einiges lernen … 😀
    Bei den Austernfischern ist es anscheinend nicht so sehr Werbung, sondern der Mann wählt aus und sie fügt sich mehr oder weniger.
    Schon witzig, dass es so unterschiedlich ist.

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  12. Da wir wegen der Lachseeschwalben die Auen sehr intensiv beobachtet haben , fallen einem dann auch solche Situationen auf . Sie werden dann auch sehr dankbar fotografiert.
    LG Werner.

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