Schmetterlinge im Winter.

Wie überwinter eigentlich unsere Schmetterlinge? Das ist eine Frage, die nicht in einem Satz zu beantworten ist.  Es ist je nach ihrer Art recht unterschiedlich . So überwintern von den  ca. 180 Tagfalterarten die wir in Deutschland kennen, nur sechs Arten als echte Falter . Der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der Zitronenfalter, der C-Falter, Trauermantel und  der Große Fuchs, wobei die letzten beiden nur selten bei uns zu beobachten sind. Das ist auch der Grund dafür, dass wir  den Zitronenfalter  schon recht früh im Frühjahr beobachten können. Sobald die Temperaturen etwas steigen, kommen diese Schmetterlinge aus ihren Verstecken. Sie überwintern in dunklen Kellerräumen, in Schuppen oder auch in aufgeschichtete Holzstapel . Diese Winterunterkünfte suchen sich die Falter schon im Sommer bei Erkundungsflügen aus.  Wenn ich hier über echte Falter schreibe, sind damit die fertige Schmetterlinge  gemeint und keine Pupen, Eier oder  Raupen.

 

 

Es gibt aber  Arten, die in der Entwicklungsstufe Pupe, Ei ober auch als Raupe überwintern. Diese werden dann erst später im Jahr,  als Schmetterlinge zu sehen sein. In diesem  Beitrag möchte ich zwei  Arten beschreiben, die es als Wanderfalter in den Süden zieht.

Dazu gehören der Admiral, der Distelfalter, der Postilon und das Taubenschwänzchen, das bei uns aber nur sehr selten zu beobachten ist. Diese Falter sind auf Grund ihrer langen Reisen, auch erst recht spät im Jahr wieder bei uns  zu beobachten, was besonders für den Distelfalter gilt. (Juli)  Auf diesen Reisen kommte es zu vielen Verlusten, daher sind diese Arten auch nicht so häufig zu beobachten wie andere Schmetterlinge.

 

 

Wie Zugvögel, zieht es diese Wanderfalter im Herbst auf die Reise in den Süden, wobei der Admiral seine Reise meistens schon im  Mittelmeerraum beende . Ein wahren Langstreckenflieger ist der Distelfalter, dieser kleine  Falter legt unglaubliche Strecken in enormen Höhen zurück.  Eine europäische  Forschergruppe, hat sich speziell dieser Falter angenommen. Hat sein Verhalten und seine Flugrouten studiert  und ist dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. So konnte man per Radarortung Distelfalterschwärme in einer Höhe von 1000 m erkennen, dort wo normalerweise Flugzeuge unterwegs sind.  Aber noch erstaunlich war die Stecke die diese kleinen Falter dabei zurücklegen . Sie fliegen die Rekordstrecke (Hin und Rückflug) von beachtlichen 15000 Km. Eine Strecke aus dem Norden Skandinaviens bis nach Westafrika. Das war selbst für die Forschergruppe, eine kaum zu glaubende Beobachtung. Hierbei überwinden sie Berge und Meer im „Nonstopflug“.

44 Kommentare zu „Schmetterlinge im Winter.“

  1. Für mich erstaunlich in welch einer Höhe sie fliegen . Ich konnte es erst nicht glauben, bis ich diesen wissenschaftlichen Untersuchungsbericht gelesen habe .Das sie dabei Strecken über Wasser non Stopp zurücklegen ist unglaublich .

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  2. Oh ja, Libellen gibt es dank der ganzen Biotope, die aus den zahlreichen Bergabsenkungen entstehen, eine Vielzahl. Eidechsen dahingegen habe ich bisher noch nicht entdeckt. Gestern kam im WDR eine Reportage über Tiere und Halden in NRW – auf den öden Halden gibt es wohl so lange wie die Halden noch nicht wieder vom Grün der Natur überwachsen sind, die immer seltener werdende Blauflügige Ödlandschrecke, da die aber in Massen hier vorkommt, hätte ich nie gedacht, dass sie so selten ist. Naja ein ist gewiss, egal was der Mensch der Natur auch antut, gibt man ihr den mißhandelten Flecken Erde mit ein wenig Zeit zurück, schafft sie es kurz über lang daraus wieder etwas Lebenswertes zu machen… in dem Sinne schönen Abend!!!

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  3. Alte Halden sind eine ganz besonderer Lebensraum und das nicht nur für Falter. Sie sind auch ein ausgezeichnetes Habitat für Libellen und Echsen . Die Steine speichern wärem länger, was diese Tiere besonders mögen.

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  4. Glücklicherweise habe ich unmittelbar vor der Haustür eine relativ naturbelassene Halde, die bisher noch nicht zum Freizeitvergnügen begehbar gemacht wurde, was aber vermutlich auch nur noch eine Frage der zeit ist. Jeden Falls treffen sich auf dieser Halde zur Mitte des Sommers fast schon „Schwärme“ ein (naja nicht ganz, aber immerhin bis zu 7 Individuen habe ich im letzten Jahr dort gleichzeitg beobachten dürfen) und warten auf Paarungspartner. Das Geräusch vom Flügelschlag ist auf jeden Fall beeindruckend und hätte ich zuvor nie für möglich gehalten.

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  5. Das Vorkommen von Schwalbenschänzen, war einst den Region im Süd bzw dem Südosten von Deutschland vorbehalten. Erst in den letzten Jahren, insbesondere im vergangenem Jahr sind häufige Sichtungen dieser Art
    im Westen gemeldet worden. Im Norden meistens noch ein seltener Falter.

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  6. Dank Deines Beitrags und meiner Recherchen zu den drei von mir beschriebenen „Frühstartern“ in NRW, weiß ich jetzt natürlich, wie es sich bei den als Imago überwinternden Arten (Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs) verhält. Leider habe ich bisher weder einen C-Falter noch einen Admiral in der freien Natur bestaunen dürfen. Den Distelfalter und den Kohlweißling gibt’s hier auch häufiger. Darüber hinaus habe ich im letzten Sommer einen Balzhügel ausfindig machen können, wo sich der Schwalbenschwanz zur Hügelpaarung einfindet – das absolute Highlight. Außerdem gibt’s bei uns in der Umgebung noch diverse andere Falter u.a. Hauhechel-Bläuling, Waldbrettspiel, Großes Ochsenauge, Landkörtchen und sicherlich noch weitere faszinierede Falter, die bisher allerdings noch nicht vor die Linse bekommen habe – außer den Monarchfalter, der wie der Admiral ein „Zugfalter“ ist und auf seinen Wanderungen ganz AMerika durchwandert und unter anderem am Südzipfel Manhattan im Battery-Park einen Zwoschenstopp einlegt. Also super Beitrag mit top Bildern – VG Christian

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  7. Vielen Dank Marion , ich beantworte deine vielen Kommentare wenn ich zurück bin .
    Ich kann hier nur dann antworten, wenn ich im nächst größeren Ort bin und dann auch
    immer nur vom Handy. Bis denne Werner.

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  8. Hallo Werner, klasse deine Schmetterlingsfotos und dein Beitrag. Ich habe vor einigen Jahren erstmals gelesen, dass manche Falter sooo weit fligen, und zwar auf einem Schild im Moor. Seitdem sehe ich sie noch einmal mit anderen Augen. Das ist schon der Wahnsinn, wie weit diese kleinen filigranen Lebewesen fliegen. Ich finde, wir sollten viel größeren Respekt vor der Natur und ihren einzigartigen Lebewesen haben. Viele Grüße Marion

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  9. Vielen Dank für die Infos! Ich werfe da immer viel durcheinander bei den Schmetterlingen. Einen Zitronenfalter sah ich Sonntag auch. Ja, kaum zu glauben, was für Strecken diese zarten Wesen zurücklegen!!! Ich las auch mal davon, daß es unter den Schwebfliegen „Zugtiere“ gibt, die die Alpen überqueren. Vielleicht können sie sich von der Höhenluft oder Aufwinden tragen lassen, denn sonst kann man kaum glauben, wie diese winzigen und zarten Tiere so eine Reise verkraften. Erstaunlich und wunderbar 🙂

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  10. Bei diesen Temperaturen kommen sie aus ihrem Versteck. Bei uns kletterte gesten das Thermometer auf 15°. Da werden in den nächsten Tagen auch andere Falter , wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs folgen.

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  11. Wie passend mein Beitrag doch war, heute habe ich den ersten Zitronenfalter gesehen . Mich freut es, dass ich mit dem Post einige Infos zu unseren heimischen Schmetterlingen geben konnte.

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  12. Sehr informativer Post! Ich freu mich immer sehr, wenn ich den ersten Zitronenfalter bei uns im Stadtwald flattern sehe. Dann ist gefühlt Frühling.. Gutes Stichwort heute gleich mal loszuziehen 😊

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  13. Ja Schwarzwald bzw Kaiserstuhl sind bevorzugte Regionen dieser Falter. Sie mögen es gern etwas wärmer und sind sehr empfindlich in Bezug auf Wind . Sobald es etwas windig wird, stellen sie ihren Flug ein und suchen Schutz.

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  14. Ich kenne sie auch erst seitdem ich im Schwarzwald lebe. Juli haut hin, wenn nicht sogar August!
    Auch dir ein schönes Wochenende, Werner!

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  15. Das Taubenschwänzchen ist eine sehr seltene Beobachtung und gehört wie ich es auch schon in meinem Beitrag geschrieben habe
    zu den Wanderfaltern .Ihr Winterquatier haben diese Schmetterlinge im Senegal bzw Maretanien.Sie zählen zu den Faltern die
    recht spät zu uns zurück kommen, daher häufig erst im Juli zu Beobachten.
    Vielen Dank für dein Kommentar. Ich wünsche ein schönes Wochenende, Gruß Werner.

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  16. Über ähnliche Strecken las ich einst von dem Tauben-Schwänzchen und war da auch schon absolut fasziniert. Sie kann ich hier jedes Jahr für kurze Zeit beobachten und freue mich immer wieder an ihnen.
    Herzliche Grüße
    Ulli

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  17. Erst einmal vielen Dank für dein Lob. Zu den Schmetterlingen kann ich dir sagen, dass wir im Augenblick
    es auf Grund des Klimawandels eine Artenverschiebung erleben. Es gab in meiner Region kaum bis selten
    Schwalbenschwänze zu beobachten,dass war mehr ein Falter des Osten bis Südosten . Im vergangenem Jahr
    gab es in meiner Region Schwalbenschwanz-Meldungen wie nie zuvor. Vielleicht hast du das Glück, dass sich
    der Admiral auf Grund dieser Tatsache, auch in deine Region verirrt. LG und eine schönes Wochenende .Werner

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  18. Hallo Werner, guter Bericht, die Frage hatte ich mir als großer Schmetterlings-Fan auch lange gestellt und schliesslich ein Schmetterlingsbuch gekauft. Dein Admiral ist ein guter Schuss, ich habe ihn in meiner Gegend leider kaum zu Gesicht bekommen.

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  19. Immer schon konnte man sie beobachten, nur über ihr Verhalten und über ihre Reiserouten wußte man recht wenig.
    Erst moderne Technik hat es möglich gemacht, die Reise der Distelfalten zu studieren.Die Ergebnisse dieser Unter-
    suchungsreihe waren selbst für die Forscher eine Sensation, zumal diese kleinen Flieger die Route im Nonstoflug zu-
    rückgelegt hat.

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  20. Es freut mich, dass ich dir mit meinem Schmetterlingsbeitrag einige interessante Informationen geben konnte. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Werner

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  21. Lieber Werner.
    Ein sehr schöner und interessanter Beitrag über auch bei uns immer wieder mit Freude zu beoachtenden Schmetterlinge.
    Dankeschön und liebe Grüße von Hanne 🌼

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  22. Das sind genau die Temperaturen die wir im Augenblick haben, die sie aus ihrem Versteck locken. Wenn es in den nächsten Tagen so bleibt, wenden sicherlich auch die ersten Tagpfauenaugen dazu kommen

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  23. Hallo Werner,
    dein Bericht ist sehr schön und aufschlussreich. Danke dafür.
    Heute sah ich bei herrlichstem Sonnenschein die ersten Zitronenfalter draußen fliegen.
    LG Ruth

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